Nach dem Schietwedda des gestrigen Tages kam noch eine stürmische Nacht. Das hatte aber den Vorteil, dass sich heute Morgen der Regen verzogen hatte. Ja, es kam sogar die Sonne heraus! Stürmisch blieb es aber weiter.
Und dann gab es wieder den Schreck in der Morgenstunde!

Nein! Nicht das Frühstück! Wobei das für mich auch eine Herausforderung darstellte. Habt ihr eine Ahnung, wie man das isst? Ich habe es mir auch erst erklären lassen. Also: Zuerst kommt das rohe Ei (natürlich aufgeschlagen) in die Schüssel, dann kommt Soyasauce dazu, dann gut verrühren und über den heißen Reis kippen. Dann kann man noch Rettich oder anderes Grünzeug dazu geben, oder etwas von der Suppe. Dazu gibt’s Fisch.
Naja, so schmeckt es dann auch. Wobei, man gewöhnt sich daran. Aber das Essen mit den Stäbchen ist immer noch eine Herausforderung!
Der Schreck kam erst nach dem Frühstück! Frau Wirtin sagte uns, dass heute alle Geschäfte und Restaurants bis zum Tempel 10 geschlossen sind. Da kann der Hunger auf einer Strecke von 20 Kilometern schon ganz schön groß werden! Für Getränke ist gesorgt. Die gibt es überall am Automaten.
Und dann kam das Ossettai! Auf dem PCT hätte man es Trail Magic genannt. Ich wurde mit einer Packung Plätzchen beschenkt. So schön! Da knurrt dann der Magen nicht ganz so laut.
Dank Sonnenschein ließ es sich heute gut wandern, wobei es fast nur durch bewohntes Gebiet ging. Bloß der heftige Wind war nicht so toll. Komisch, dass der immer von vorn kommt.




Die Tempel waren zum Teil nicht so besonders, manche aber auch sehr schön. Und dann gibt es ja auch noch die Stempel ins Pilgerbuch. Nicht nur einen, sondern gleich drei! Und dann kommt da noch eine Kalligraphie dazu. Das macht schon echt was her.

Bemerkt? In Japan fangen die Bücher hinten an. Geschrieben wird zwar von links nach rechts, aber erst mal von oben nach unten.

Trotz so schöner Wegweiser habe ich mich heute wieder mal ein wenig verlaufen. Dadurch konnte ich aber das wahrscheinlich kleinste Wohnmobil der Welt sehen.

Um zum Tempel 10 zu gelangen, ging es sehr, sehr steile Treppenstufen vielleicht 100 Meter hinauf. Da kam ich ganz schön ins Schnaufen. Glücklicherweise haben die Läufer, die hier hinauf rannten auch geschnauft, sonst hätte ich mich geärgert. Das war aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf den morgigen Tag. Da geht es zweimal über 800 Meter nacheinander hoch. Ich weiß jetzt schon , dass das schweißtreibend werden wird. Zu Essen und zu Trinken wird es unterwegs auch nichts geben. Das muss ich mitnehmen.
Weil wir gerade beim Thema sind; 20 Minuten nach dem Tempel 10 gab es ein Udon- Restaurant. Die Udon-Nudeln sind dick, wie Regenwürmer, deutlich länger und schmecken sicherlich besser als selbige.
Das Mittagessen gegen halb zwei war eine echte Wohltat. So konnte ich wieder Gas geben und war schon vor der Check in Zeit an der Herberge. Da sich gegenüber ein Mini Markt befindet, konnte ich auch gleich die Zeit nutzen und die Einkäufe für heute Abend und den morgigen Tag erledigen.

Und das ist mein Bett heute Nacht. Da fühlt man sich wieder jung!