Hiwasa

Auch der heutige Tag war nicht unbedingt schön.

Meine nassen Sachen vom gestrigen Tag waren heute morgen noch genauso nass. Gut, wenn man da das Wechsel hat! Also zweite, trockene Garnitur an und pünktlich um 7 Uhr los.

Zwar hatte der Wetterbericht keinen Niederschlag gemeldet, aber nach nur 20 Minuten auf dem Weg ging der Regen wieder nieder. Glücklicherweise war eine kleine Pilger-Raststelle gerade in der Nähe und ich konnte die Regensachen herausnehmen und anziehen. Im Ort zeigte das Thermometer ganze 6 Grad und der Wind blies heftig. Das sollte auch den ganzen Tag so bleiben.

Aber erst einmal ging es auf einer Straße durch den Wald. Ich war entsetzt. Eigentlich ist es in Japan sehr, sehr sauber. Aber was hier mitten im Wald für Müll herumlag, erinnerte eher an eine Müllkippe.

Dann ging es viel an einer großen Straße entlang. Auch musste ich mehrfach durch Tunnel laufen. Das ist zwar angenehm, wenn man von oben nicht nass wird und auch keinen Berg rauf und runter muss, hat aber auch Nachteile. Erstens bewegt man sich in einem Windkanal und zweitens ist es verdammt laut, wenn die Autos vorbeibrettern. Fast so laut, wie auf einem Rockkonzert.

Wegweiser

Als nach etwa einer Stunde der Regen dann doch aufhörte, ließ ich die Regensachen lieber an. Was gegen Regen schützt, hält auch den Wind ab.

Unterwegs war heute gar nichts Besonderes zu sehen. Ich war also schnellen Schrittes unterwegs auch aus dem Grund, nicht kalt zu werden.

So habe ich die 24 Kilometer heute schnell geschafft und mein heutiges Ziel schon 11 Uhr erreicht.

Wie immer, Stempel geholt und dann die Unterkunft gesucht. Ich hatte Glück, dass ich schon auf mein Zimmer konnte und nicht ewig warten musste, nur weil es eine Eincheckzeit gibt.

Die Chefin des Hostels ist mit einem Franzosen verheiratet und spricht ein sehr gutes Englisch. Das hilft ungemein weiter!

So sieht’s in meinem Zimmer aus. In diese Wände darf aber nichts abgelegt werden! so habe ich erst einmal meine nassen Sachen aus dem Rucksack genommen und ausgebreitet. Die Fenster sind so winddurchlässig, dass sie vielleicht trocken werden.

Da ich Hunger habe, gehe ich auf Empfehlung der Hauschefin in ein Udon-Restaurant. Sie hat mir einen Zettel geschrieben, was ich essen soll. Und den habe ich natürlich im Restaurant dem Kellner gezeigt und viel Freude angerichtet.

Und das gab es dann. Ich habe mit den Stäbchen ein bisschen drinnen rumgefischelt und ab und zu die Schüssel als Trinkschale benutzt. Das machen die Japaner auch so. Das war so gut, etwas Warmes im Bauch zu haben!

Dann musste ich, auch auf Geheiß der Herbergsmutter, ins Onsen, also ins Bad. Schließlich sei das japanische Kultur und Tradition und sowas darf man nicht ignorieren. Klar, dass ich auch dafür vorher instruiert worden bin. Ein bisschen wusste ich ja schon Bescheid, aber ich wäre dort sowieso nicht aufgefallen, da ich der einzige Badegast war.

Danach bin ich noch ein wenig rumspaziert und wollte noch ins Meeresschildkröten-Museum. Das hat aber leider wegen Bauarbeiten geschlossen. Nur an einer Stelle konnte man einen dieser Kolosse (bestimmt 1 Meter lang) im Freiaquarium sehen.

Nach Geocaches habe ich auch gesucht, aber leider nichts gefunden. Ich glaube, die werden hier nicht sonderlich gut gepflegt. Letztes Listing war – nicht gefunden und stammte von 2022. Wieder im Hostel angekommen, habe ich Wäsche gewaschen und in den Trockner getan. Auch habe ich wieder ein paar Unterkünfte im Voraus buchen, oder besser buchen lassen, können.

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