Konan

Heute war wieder ein langer Stretch. 35 Kilometer gelaufen. Da tun einem nicht nur die Füße und Beine weh! Auch im Gesäß hat sich was getan. Gut, wird nicht ausgewertet!

Wo ging es heute entlang? Klar! Route 55! Ich war noch gar nicht lange unterwegs, als ein entgegenkommender Radfahrer vor mir anhielt und ein Gespräch anfing. Nun ja, was er alles wissen wollte, ich habe keine Ahnung! Auf jeden Fall wollte er wissen, ob ich aus Amerika käme? Nein, Germany! Das verstand er nicht gleich. Als ich aber dann „Deuts“ sagte, war alles klar. Er erklärte mir den weiteren Weg und was ich für ein Held (Hi-hi!) sei, und wir verständigten uns ganz gut mit unseren Gebärden. Als dann eine Radfahrerin anhielt, da sie nicht an uns vorbei kam, dachte ich, dass das „Gespräch“ beendet würde. Weit gefehlt! Es ging munter weiter und die Dame auf ihrem Fahrrad lächelte und wartete. Ich glaube, bei uns wäre das anders abgelaufen. Naja, irgendwann ist auch der schöne Schwatz vorbei und es ging weiter.

Dann sah ich etwas sehr Seltsames.

Über die Zweigspitzen irgendwelcher Büsche waren Tüten gestülpt. Ob man so selbige vor pickenden Vögeln schützen will? Oder ob da etwas mühselig von Hand bestäubt wurde und auch vor Nachtfrost geschützt werden muss? Ich habe meinen japanischen Wanderfreund Kaji-san befragt. Aber auch der hatte keine Ahnung.

Irgendwann kam dann auch der kleine Hunger und ich machte Breakfast bei Lawsons und nicht bei Tiffany’s.

Lawsons ist eine von den Supermarktketten, in denen man auch sitzen und etwas verzehren kann. Der Kaffee ist gut und die Backwaren sind auch ganz lecker. Mit so einem richtigen Kaffee im Bauch ist man doch gleich ein ganz anderer Mensch!

Ach ja, das Stahlgerüst daneben ist ein Evakuierungsturm bei Tsunamigefahr.

Heute ging es auf der Strecke fast nahtlos von einem Ort in den anderen. Einmal musste ich mitten durchs Stadtzentrum. Das sah aber auch nicht anders aus als der übrige Teil der Stadt.

Dann kam ein schöner, nennen wir es mal Park. Und da sollte es Softeis geben! Aber leider war die Maschine kaputt. Also kaufte ich mir eine normale Kugel Eis. Die Sonne schien ja so schön, das Meer war so blau und die Palmen…!

Nach dem ersten Lecken daran habe ich nicht mehr so gelächelt. Ich glaube, das Eis war mit Ziegenmilch gemacht. Nun ja, auch eine Erfahrung!

Ja, und wer glaubt, dass es nur in Amerika verrückte Motorräder gibt, den kann ich eines Besseren belehren.

Das ist doch mal ein heißes Teil! Oder?

Ja, und dann ging es wieder nur durch Häuserzeilen hindurch. Irgendwie sieht alles auch ein wenig vernachlässigt und vermüllt aus. Wenn ich daran denke, was sonst für ein Aufwand an Reinlichkeit betrieben wird!

Nachdem ich ein paar Mal von der eigentlichen Route abkam, aber es immer wieder rechtzeitig bemerkte und zurück fand, kam ich dann endlich am heutigen Etappenziel an.

Der Tempel selbst war nichts Besonderes. Alles ziemlich nüchtern. Das Schönste war vielleicht der kleine Garten am Tempelbüro.

Nun gut, ganz das Etappenziel war der Tempel nicht, sondern mein Guesthouse. Dazu musste ich etwa einen Kilometer zurück, vorbei an einer wunderschön blühenden Magnolie, zu meiner Herberge mit dem wunderschönen Namen „Narzisse“. Passt ja auch zur Jahreszeit!

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