Mann, was war das für eine Nacht! Es hat wie verrückt geregnet. Nein, es hat mehr als geschüttet! Einfach unbeschreiblich! Dabei hatte ich doch einen so schönen Abend.
Als ich gleich bei Ankunft meine Übernachtung bezahlt hatte, erklärte mir die Hauseigentümerin, dass sie mir natürlich kostenlos ein Abendessen bereiten wird. Fein, da musste ich nicht noch einmal los und was besorgen.
Dann ging es aber los, dass sie mir erst einmal 7 Jakobsmuscheln brachte, ich esse doch sowas? Das würde bei uns zuhause bestimmt ein Vermögen kosten? Hier scheinbar nicht. Eine halbe Stunde später gab es das eigentlich Abendessen. Nudeln mit Kraut und gebratenen Fleisch und Shrimps. Als das verzehrt war, kam noch als Nachtisch frische Mandarinen. Oberlecker! Nach einer weiteren halben Stunde brachte sie dann auch noch Sushi. Hilfe, ich platze! Und das alles ohne Mehrkosten! Na gut, sie hat mal meinen Bart gekrault und meinte, das wäre wie bei Santa Claus.
Tja, und heute Morgen hat es immer noch wie verrückt geregnet. Und der Wetterbericht meldet, dass es auch bis 12 Uhr regnen soll. Was soll’s?! Regenklamotten an und los! Ich bin gar nicht weit gekommen, als die Herbergsmutter mit ihrem Auto neben mir stand, mir noch ein Frühstück (natürlich mit Stäbchen) und eine Flasche warmen Milchkaffee in die Hand drückte und mir nochmals alles Gute wünschte. Verrückt? Verrückt!

Es hat in Strömen geregnet, heftig der Wind geblasen und die Regensachen haben den Wassermassen nicht wirklich standgehalten. Hoffentlich bleibt im Rucksack alles einigermaßen trocknen! Sollte eigentlich funktionieren! Ich habe zum einen alles in Drybags verstaut, dann liegen sie ja im Rucksack, über den auch noch ein Raincover gespannt ist.
Es hat dermaßen geschüttet, dass es die Kanäle an den Feldrändern kaum geschafft haben!

Ich bin gelaufen, wie verrückt und habe die 8 Kilometer bis zur ersten Stempelstelle in 1 1/4 Stunden geschafft. Ich hatte dort im Tempel auf ein wenig Mitleid gehofft, aber war nicht. Aber es gab einen Automaten mit heißem,kostenlosen Tee und Kaffee. Das tat gut!


Bei dem Wetter habe ich mir nicht getraut, den Fotoapparat raus aus der Tasche zu nehmen. Objektiv wird nass und beschlägt sowieso. Bringt also nichts und so gibt’s von diesem Ort nur Handybilder.

Weiter geht’s durch den Regen Richtung Kochi.

Und als ich gegen 9 Uhr die Stadtgrenze erreiche, lässt der Regen langsam nach. Dennoch ist es mehr als ungemütlich und mir ist kalt.




Tempel 30 befindet sich nun schon in der Stadt. Ich hatte mir vorgenommen, von hier aus den Bus zu nehmen und die letzten 6 Kilometer ins Stadtzentrum, wo ich heute übernachten werde, zu fahren. Das spart Kraft und Zeit.
Busfahren ist überhaupt ganz witzig. Naja, nicht das Fahren an sich, aber der Ticketerwerb und das Bezahlen. Man steigt nämlich im Bus hinten(!) ein und zieht eine Nummer. So wie auf dem Amt. Vorn beim Busfahrer hängt eine große Tafel mit allen Nummern der Passagiere und dem dazu entsprechenden Fahrpreis. Der ändert sich ja, je weiter man mit dem Bus mitfährt. Will man aussteigen, drückt man auf einen Knopf, so dass der Fahrer weiß, dass er an der nächsten Haltestelle anhalten soll. Dann geht man zum Fahrer nach vorne, bezahlt seine Fahrt und wirft seine Nummer mit dazu in die entsprechende Vorrichtung. So geht das nämlich hier!
Und so kam es, dass ich schon halb 12 Uhr in der Rezeption des Hotels stand und einchecken wollte. Ging natürlich nicht! Erst ab 15 Uhr!
Ich konnte aber meinen Rucksack im Hotel zur Aufbewahrung lassen und bin los, ein wenig die Stadt zu erkunden.



Kochi ist genau so, wie man japanische Städte aus dem Fernsehen kennt. Vollgebaut. Massenweise Supermärkte, die mehr als riesig sind und massenhafter Verkehr, der aber ganz gesittet abläuft.
Und was soll ich sagen? Als ich in Richtung Burg unterwegs war, kam auch noch die Sonne raus! Und ich in Regenklamotten! Da lief der Schweiß.

Die Burg ist ganz hübsch anzusehen, so auf einem Hügel und nur aus Holz gebaut. Im Inneren selbst ist nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Das Eintrittsgeld hätte ich mir sparen können!
Auf dem Rückweg wollte ich noch zum Hirome Markt, dessen Besuch mir empfohlen wurde. Nun ja, es ist eigentlich kein Markt, sondern eher eine Mall, also eine Einkaufsstraße.

Und hier gab es endlich Softeis! Nicht ganz so cremig wie in Jena, aber sehr lecker. Das Geld war definitiv nicht umsonst ausgegeben.

So, und nun ist es halb 4 Uhr und ich kann einchecken, duschen und mich landfein machen, denn alles, was im Rucksack war, ist trocken geblieben.
Lieber Jörg,
ich neige dazu, dir Mitleid zu zollen. Nein, ich möchte da nicht mit dir tauschen. Da ist man doch schon vor dem Start pappensatt. Du musst mir mal erklären, wo da die Motivation herkommt. Wandern im Regen ist nicht wirklich eine Freude. Ich kenne es ja auch.
Ich wünsche dir auf jeden Fall für die nächsten Tag schöneres Wetter.
🌞🌞🌞🌞
LG Sylvia
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