Der heutige Tag begann wieder mit strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen. Frühstück gab es erst um 7 Uhr und das sollte für mich ein amerikanisches werden. Nun ja, das Einzige, was daran erinnerte war der Orangensaft. Trotzdem, es war nicht schlecht, nur leider etwas spät, denn heute standen wieder 30 Kilometer auf dem Plan inklusive 550 Höhenmeter (kumuliert). Halb 8 Uhr ging es los.

Kaum dass ich aus dem Ort raus bin, geht es auch schon den Berg hinauf durch den Wald.


Und diesmal ist kein Weg geteert oder betoniert! Das wäre schon eine Freude, wenn es nur nicht so steil wäre! 300 Meter den Berg hinauf und das zum frühen Morgen! Hätte ich Deo benutzt, es hätte versagt. Aber dann, oben, was für eine herrliche Aussicht!

Kurze Rast, Schweiß abwischen, weiter. Heute macht das Laufen richtig Spaß. 20 Kilometer fast nur auf natürlichen Wegen. Und da, wo es raufgeht, muss es irgendwo auch wieder runtergehen. Bloß gut, dass das nicht so steil war, wie der Anstieg aus meiner Richtung. Dennoch gab es dort Aufstiegshilfen en masse.

Kann man einfach mitnehmen, lässt den Stock oben an der Raststelle stehen und irgendeiner, der hinab will kann ihn dafür benutzen.
Dann ging es weiter durch kleine Ortschaften und auch einmal ein bisschen durch eine Obstplantage.

Weiter geht’s über Dorfstraßen ohne jeglichen Autoverkehr. Da kann man gut ausschreiten und Meter machen. Einen kleinen Rastplatz gab es auch unterwegs.


Hier im Eck scheint man an die westlichen Pilger gedacht zu haben. Ostern gibt es ja im buddhistischen Leben nicht.
Nach 20 Kilometern dann endlich mal wieder ein Tempel.






Dort war es sehr ruhig. Kaum jemand da. Vielleicht lag es an der Uhrzeit? Mittags um zwölf sitzt man ja für gewöhnlich am Mittagstisch. Was ein wenig ungewöhnlich hier war, das Tempelbüro befand sich im Haupttempel. Bisher war das Büro immer in einem extra Gebäude untergebracht. Aber hier hat wahrscheinlich der Platz nicht gereicht.
Die einzigen Leute, die sich hier länger aufhielten, waren die Ausländer. Japaner kommen mit ihrem Auto, holen sich einen Stempel und sind sofort wieder fort. Auch auf dem Weg trifft man nur selten einen Japaner. Dafür trifft man dann im Tempel zwei Damen aus Norwegen, mit denen ich mich ganz nett unterhalten habe.
So, nun geht es weiter. Es sind noch 10 Kilometer bis zur Unterkunft. Leider ist es aber ab jetzt vorbei mit Waldwegen. Es geht wieder nur am Straßenrand entlang.
Doch plötzlich, was rieche ich da? Freesien einfach so?

Wahnsinn! Die wachsen hier einfach so in der Natur und riechen auch noch so richtig kräftig. Herrlich!
Unterwegs noch mal eine kleine Pause gemacht und dann pünktlich um 3 Uhr an der Unterkunft angekommen.

Das blaue Gebäude ist das, wo ich heute die Nacht verbringen werde. Leider hat der Ort ein Manko. Der Lawson hat dicht gemacht. Wo soll ich da einkaufen? Nun, im nächsten Ort wird es schon klappen. Das Einchecken hat ja auch geklappt, obwohl die ältere Dame, die den Laden hier managt, außer „okay“ kein Wort Englisch spricht.