Komisch! Bei diesem Ortsnamen fällt mir immer Ouzo ein. Klingt ja fast genauso!

Auch heute morgen sah es wieder ganz schön mystisch aus, als ich zum Fenster hinaus schaute. Es hingen wieder dicke, dichte Wolken im Tal. Aber, oh Wunder, es regnete nicht! Lediglich ein ganz feiner Sprühregen ging nieder. Es machte nicht einmal Sinn, Regensachen anzuziehen. Wobei die Frage nach der Sinnhaftigkeit bei meiner Regenhose eigentlich gar nicht mehr steht.
Pünktlich, wie immer, machte ich mich um 7 Ihr auf den Weg. Dabei entdeckte ich eine „Mülltonne“ der besonderen Art.

Diese Art, den Müll zu entsorgen, findet man gar nicht so selten. Leider! Auch wenn man man in Grundstücke oder Geschäfte oder Handwerksbetriebe reinschaut kommt einem das Gruseln. Natürlich gibt es auch Gegenden, da sieht es wie geleckt aus. Da sehen auch die Häuser anders aus. Da ist man wahrscheinlich auch reicher. Da sehen auch die Dachziegel auf der Ecke anders aus.

Die Strecke sollte heute eigentlich recht einfach werden. Keine großen Anstiege, immer ein wenig von der Hauptstraße entfernt, 26 Kilometer. Komisch, obwohl ich eine Abkürzung nahm, waren es im Nachhinein 28!?!
Unterwegs gab es absolut nichts Spektakuläres.

Bei besserem Wetter hätte man vielleicht sogar ganz schöne Aussicht haben können? Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Schon morgen soll das Wetter wieder besser werden.
Ach doch, etwas Besonderes gab es doch zu sehen. Hatte ich bis jetzt nur zwei winzig kleine Kirchlein gesehen, stand hier jetzt ein riesiger Bau in der Landschaft.

Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so erwas in dieser Größenordnung gibt.
Der Weg zieht sich wieder durch die Vororte, die nahtlos ineinander übergehen. Heute werde ich durch eine Straße geführt, auf die man hier besonders stolz ist. Auf einer Strecke von vielleicht 30 Metern wurden die Häuser rekonstruiert und hübsche kleine Restaurants und Boutiquen eingerichtet. Das war’s dann aber auch schon. So richtig Stadtzentrum wie bei uns mit Marktplatz, Rathaus usw. gibt es hier nicht. Selbst das Rathaus fällt nicht irgendwie auf. Das ist auch nur ein Betonklotz neben den vielen anderen.
Aber etwas Schönes hat Ozu schon zu bieten.

Auch Ozu hat eine Burg. Ich habe heute auf den Umweg verzichtet, um sie mir genauer anzusehen. Sie wird bestimmt auch wieder leer sein.
Weiter geht’s die Straße entlang.

Kurz vor dem Ende meiner heutigen Tour gab es dann noch eine kleine Besonderheit.

Einen schlafenden Kükai. Das ist der, wegen dem es die 88Tempelrunde gibt. Er schläft wohl ganz gerne mal unter einer Brücke und deshalb soll man auf Brücken den Pilgerstab in die Hand nehmen. Nicht dass einer aufwacht!

Mein Hotel, so wollen wir es mal nennen, liegt schon bald am Ortsausgang von Ozu. Ja, ich falle von einem Extrem ins andere. War es gestern einfach wunderschön, so ist es heute sehr ernüchternd. Es ist eine Mischung aus heruntergekommener Schule, einem ebensolchen Schullandheim. Toiletten und Duschen sind eine Schau. Ich mache mal lieber keine Bilder! Kein WiFi. Dazu muss ich wahrscheinlich in den Supermarkt. Das Zimmer ist fensterlos, aber es hat Heizung. Und es ist sehr ruhig. Ich bin der einzige Gast. Vor der Zimmertür hat man das Gefühl, man betritt eine Werkshalle. Aber das Zimmer ist sauber und ich will ja auch nur übernachten.
Ich frage mich bloß, wie sich das Ding Hotel nennen kann? Etwas Gutes hat das Zimmer. Einen Wärmetisch. Unter diesem ist eine Heizung angebracht, man steckt seine Beine drunter und die Decke dichtet alles schön ab.
