Oda

Eigentlich wollte ich ja keine Bilder meiner letzten Unterkunft machen, aber als ich heute Nacht nochmal raus musste, war das so außerirdisch, dass ich das euch doch nicht vorenthalten möchte.

Auch der Frühstücksraum (Speisesaal?) war eine Schau. Es war wie früher in der Schulspeisung, nur dass dort nicht geraucht werden durfte.

Und das ist ja nun gar nichts für einen Nichtraucher! Nikotin und Teergeruch am frühen Morgen und auf nüchternen Magen? Das geht überhaupt nicht! Da auch das Essen nicht besonders gut war, war ich mit dem Frühstück verdammt schnell fertig.

Die Trennung von der Unterkunft ist mir heute nicht schwer gefallen. Auch von meiner Regenhose habe ich mich heute getrennt. Die war gestern schon nach 5 Minuten durch und heute Morgen lag dermaßen viel weißes Zeug von der Beschichtung auf dem Fußboden, dass man Schaufel und Besen hätte benutzen können. Adé nach 15 Jahren.

Überraschung am Morgen! Weder der Wetterbericht im Fernsehen, noch in der Wetterapp hatten recht! Trotz Vorhersage kein Regen! Erstmal jedenfalls!

Zwei Straßen weiter gab es einen Lawson. Da bin ich erst mal eingekehrt, habe mir was zu essen und einen heißen Kaffee gekauft und nochmals gefrühstückt. Jetzt ging es mir gleich viel besser. Also Gas gegeben und los!

Nun ja, der Himmel sah wieder wenig vertrauenserweckend aus. Aber es regnete nicht, war aber verdammt schwül.

Dann nach dem Ortsausgang will ich mich mal an den vorgeschlagenen Track halten und biege von der Straße ab. Der Weg führte mich durch ein schönes kleines Tal in den Wald. Aber nur ein kurzes Stückchen, dann kehrte ich wieder um. Der Weg war als solcher nach dem Regen der letzten Tage nicht mehr als solcher zu erkennen. Nur Matsch und Schlamm und Wasser! Es gibt Momente, da liebt man es, auf der Straße zu laufen.

So kam ich nach Uchiko. Ich laufe also die Straße entlang, entdecke einen Family Mart und schon regnet es wieder runter, was nur runter will. Nun hat mir eine gute Freundin den Rat gegeben, ich solle doch besser einen Schirm benutzen. Ich muss euch sagen, ja er schützt vor Regen, aber das lässt sich vielleicht bescheiden laufen. In der einen Hand den Wanderstab, in der anderen den Regenschirm. Zum Spazieren gehen ist das vielleicht ganz nett, aber so? Und welche Hand nimmt man dann zum Fotografieren? Wie gesagt, so richtig glücklich bin ich mit dem Ding nicht.

Uchiko hat eine kleine historische Altstadt, besser gesagt eine alte Straße.

Das ist alles wieder auf Vordermann gebracht worden und hübsch anzusehen. Aber auch hier nichts los. Alles geschlossen. Und das liegt nicht an der Uhrzeit! Schade drum!

Dann habe ich am Ortsausgang mal wieder die Originalroute verfehlt. Aber das war gut so! Damit war der Anstieg auf den Berg nicht ganz so steil!

Dann wieder über Feldwege und durch den Wald bergab.

Das war heute schon teilweise ein bisschen romantisch. Wenn doch das Wetter besser wäre!

Ich glaube, Sakura- also die Kirschblüte- stellt man sich anders vor. Nun gut, in Werder an der Havel scheint zu besagter Zeit auch nicht immer die Sonne. Die berühmte Kirschblüte, die in der Werbung uns gezeigt wird, findet sowieso nur in speziell dafür angelegten Parks statt. Vielleicht habe ich noch Glück und das das sehen, denn in ein paar Tagen bin ich wieder in einer Großstadt.

Vorerst bin ich aber auf dem Lande und wieder verdammt gut in der Zeit. Es ist gerade mal 11 Uhr und ich habe nur noch 8 Kilometer zu laufen. Da komme ich viel zu zeitig an! Also, mal Rast machen. Zum Glück gibt es dafür immer wieder mal eine kleine überdachte Raststelle. Und wenn man Glück hat, gibt es dort auch noch einen Getränkeautomaten. Genau so war das heute. Rast mit heißer Zitrone aus dem Automaten und zwei Australiern. Und beide sprachen auch noch ein sehr gutes Deutsch! Das ist schon irgendwie komisch.

Manchmal ist die Raststelle auch nur eine umfunktionierte Bushaltestelle. Egal, Hauptsache man kann sich mal hinsetzen und findet Schutz vor Regen und Wind.

Ja, und dann war da noch so etwas wie eine Schrottsammelstelle am Wegesrand. Ich dachte, ich traue meinen Auge nicht!

Da liegt doch im Schrott ein Yamaha Baritonsaxophon! Das Ding kostet zwischen 7000 und 8000 Euro! Jedenfalls bei uns. Aber so, wie es jetzt aussieht, ist es das auf keinen Fall mehr wert.

Nachdem ich also ein wenig die Zeit vertrödelt habe, bin ich dann gegen halb 2 Uhr angekommen.

Von außen sieht die Herberge erst mal nicht so berauschend aus, aber innen ist alles ganz okay. Es gibt sogar wieder ein heißes Bad, was heute irgendwie besonders gut tut.

Und eine schöne Aussicht habe ich auch. Muss nur noch das Essen gut sein!

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