Meine Herren, war das ein Unwetter heute Nacht! Es hat wieder geregnet, was nur runter wollte. Sollte sich der Wetterbericht doch für den heutigen Tag getäuscht haben? Es sollte ja schönes Wetter werden!

Der Himmel sah gefährlich aus, aber es war warm. Bestimmt 10 Grad. Da ich dem Wettergott nicht traute, ebensowenig wie meiner Zerrung (Im ersten Teil der Strecke sollte es wieder heftig bergauf und bergab gehen!) , nahm ich erstmal den Bus und fuhr etwa 12 Kilometer.
Dann ging’s los. Schön durch asphaltierten Wald und immer steil den Berg hinunter. Das tut den Gelenken „gut“! Ab und zu mit Aussicht auf die riesige Stadt. Mir schwante Böses. Aber nein, es ging immer schön durch Wohngebiete mit „Eigenheimen“. Manchmal waren dazwischen sogar kleine Felder angelegt. So richtig Stadt gab es erst zum Ende des Tages.
Der erste Tempel am frühen Morgen war schon recht zeitig erreicht. Klein und bescheiden!




Gleich zwei Kilometer danach kam der nächste. Dann mal wieder ein größerer Abstand und der Nächste. Keine Angst, ich bringe hier nicht nur Tempelbilder! Insgesamt sollten es heute 6 neue Einträge ins Pilgerbuch werden. Da merkt man schon, dass man sich in einer großen und auch reichen Stadt befindet.
Etwas außergewöhnlich war vielleicht Tempel 48, der ein wenig moderner erschien.




Übrigens: Ihr seht, der Wetterbericht hat die Wahrheit gesagt! 20 Grad im Schatten.
Wer denkt, dass Tempel 50 was besonderes wäre, den muss ich enttäuschen. Nix besonderes! Vielleicht ist es auch besonders, wenn man in der Stadt durch einen Friedhof muss, wenn man zu ihm gelangen möchte.
Dafür hatte dann der letzte Tempel des Tages mit der Nummer 51 wieder was Spezielles.



Erstens, gleich daneben einen Skulpturenpark. Zweitens eine Pagode. Und drittens einen Tunnel, der auf die andere Seite des Berges führte.


Dieser Tunnel hatte für mich den Vorteil, dass ich ein Stück Weg einsparen konnte , um zu meinem Guesthouse zu gelangen. Der Ausgang vom Tunnel war übrigens gut versteckt.

Ins Guesthouse konnte ich nicht gleich rein, da erst ab 16 Uhr Check in möglich war. Kein Problem! Mit mir wartete noch ein Radfahrer aus Irland. Die zwei Franzosen, die ich heute immer wieder getroffen habe, kamen etwa eine halbe Stunde später.
Ich glaube, ich bin hier im heimlichen Stadtzentrum untergekommen.

Gleich nebenan befindet sich das älteste Badehaus (Onsen) Japans. Wenn man sich dort mal waschen will, muss man sich Wochen vorher anmelden. Gut, dass es daneben gleich noch zwei andere Onsen gibt.
Und touristisch Einkaufen kann man auch gleich nebenan. Also Souvenirs oder Ähnliches. Wobei für Japaner sind Süßigkeiten Souvenirs und davon gibt es jede Menge. Die Fächer, für die Matsuyama berühmt ist, interessiert hier keinen. Ebensowenig die berühmten Porzellanprodukte und die Essstäbchen aus dem Fachgeschäft.


Die Dinger auf dem zweiten Bild sind übrigens kleine Ablagen für die Stäbchen, ähnlich den Messerbänkchen in vornehmen Lokalen bei uns.