Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Auch meinem Bein geht es besser, wobei ich von gut noch nicht reden möchte. Vielleicht war es das ausgiebige heiße Bad? Vielleicht waren es die Gummibärchen (saure Würmer), vielleicht die Schmerzmittel? Wer weiß? Ist auch egal! Hauptsache es geht besser.
Dennoch wollte ich es nicht gleich übertreiben und bin erst einmal ein Stück des Weges mit der Bahn gefahren. Auf dem Weg zum Bahnhof musste ich noch einmal am Hafen vorbei. Ich dachte, ich sehe nicht richtig! Da schwammen doch tatsächlich etwa 10 große Fische dicht an der Mauer. Jeder bestimmt einen Meter lang! Da bekommt der Angler große Augen!
Auf dem Bahnhof half mir dann eine Bahnangestellte ein Ticket zu bekommen. Der Automat konnte leider kein Englisch. Wahrscheinlich verirren sich auch nur sehr wenige Ausländer in diesen Ort. Beim Bahnfahren hat alles bestens geklappt. Die Japaner können es!
Pünktlich angekommen, mache ich mich sogleich auf den Weg.

Auch Imabari ist eine große Stadt. Wie groß, werde ich aber erst später erfahren.
Als erstes gleich mal los zum ersten Tempel.

Nicht wirklich was Besonderes. Fast ein wenig lieblos. Nur die Torwächterfiguren, die sahen schon richtig chic aus.




Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, ging es weiter durch die Stadt zur nächsten Stempelstelle. Dazu musste ich an der Burg vorbei.

Im vorderen Teil ist ein Krankenhaus untergebracht. Zum nächsten Tempel ging es immer an einem, natürlich in Beton eingefassten, Fluss entlang. Obwohl so unnatürlich begradigt, fühlen sich hier auch einige ca. 80 cm lange, wildkarpfenähnliche Fische wohl. Selbst Rotwangenschildkröten gab es in großer Anzahl.
Zweiter Tempel des Tages ist auch nicht schön. Vielleicht kann man auch langsam keine mehr sehen?

Danach wollte ich, jedenfalls hatte ich mir das so vorgestellt, zum nächsten Tempel und auf dem Weg dahin, meinen Rucksack im Hotel „parken“. Hätte ich mal lieber vorher in der Karte richtig nachgeschaut! Ich war der Meinung, dass das Hotel auf dem Weg zum Tempel wäre. War es aber nicht! Es war mitten im Stadtzentrum nahe des ersten Tempels. Da hätte ich mir aber die Marscherleichterung schon eher verschaffen können!
Nun gut, ich bin dann doch erst mal zurück zum Hotel und wollte einchecken. Das ging aber noch nicht, sondern erst ab 15 Uhr. Also erst einmal Rucksack abgegeben und einen neuen Plan gemacht, da ich, wenn ich jetzt besagten Tempel „erledigen“ würde, ich immer noch viel zu zeitig wieder im Hotel wäre.
Warum also nicht einfach einen Teil des morgigen Tages abarbeiten, damit ich morgen nicht so einen großen Haken machen muss.
Den am weitesten entfernten Tempel ausgesucht um auf dem Rückweg ein paar Tempel abzuarbeiten, ins Taxi gesetzt und los.

Ist schon ein bisschen niedlich, so mit den Spitzendeckchen überall. Und natürlich trägt der Fahrer weiße Handschuhe! Im Zug der Zugführer auch! Und ich muss sagen, es war keine schlechte Idee, mit dem Taxi zu fahren. Erstens wäre dorthin kein Bus gefahren und zweitens ist mir damit wieder ein steiler Berg, zumindest bergauf , erspart geblieben.

Und? Sieht fast genauso aus, wie alle anderen. Oder?
Aber eine tolle Aussicht hat man von hier oben!

Da kann man sich in etwa eine Vorstellung von der Größe einer Stadt, von der man noch nie irgendetwas gehört hat, machen.
Dann ging’s schön durch den Wald den Berg runter, bis dann ein Schild kam:

Umweg! Naja, so ist das manchmal mit Plänen! Als ich meiner App folgen wollte, hielt mich ein Mann auf und wollte mich dort nicht langgehen lassen. Offensichtlich kannte er eine Abkürzung, zu der er mich auch noch führte und mir den Weg wies. Hat auch geklappt.

Und ist es hier schön? Nee, weiter geht’s! Der Himmel fängt auch langsam an, sich einzutrüben. Unterwegs noch schnell etwas zu Essen und zu Trinken gekauft und auch gleich verzehrt. Das war an den Tischen und Bänken vor dem Supermarkt nicht erlaubt, aber wenn es doch ein Notfall war!

Kurz und gut, zu guter letzt, den noch fehlenden Tempel des Morgens „abgearbeitet“ und wieder zurück ins Hotel. Mir reicht es für heute. Es waren etwa 20 Kilometer, die ich heute gelaufen bin. Hoffentlich nimmt mir das meine Hüfte nicht übel.
Im Hotel hat jetzt alles mit dem Einchecken geklappt und ich habe, weil ich ja Ohenro-san bin, sogar noch ein Handtuch geschenkt bekommen. Das ist doch lieb, oder?