Ich glaube, der Henro (Pilgerweg) will sich mit mir versöhnen. Er zeigt sich heute von seiner besten Seite.

Das Wetter ist vom allerfeinsten, auch wenn es am Morgen noch recht frisch ist. Es sind gerade mal 6 Grad.
Wie üblich, bin ich wieder viel zu früh am Bahnhof um aus der Stadt heraus zu fahren. Außerdem geht es meiner Hüfte nicht wirklich gut und ich habe Angst, dass ich so kurz vor dem Ziel noch abbrechen muss, bloß weil sich der Zustand verschlechtert. Von nun an werden „gefährliche“ Strecken mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.
Bei meinem ersten Stopp hatte ich mich mal wieder auf das Handbuch verlassen und habe dadurch einen Fehler gemacht. Ich hätte mit dem Zug eine Station weiter fahren müssen, um den Anschlussbus zu bekommen. Nachdem ich etwa zwei Kilometer gelaufen war und noch immer keine Bushaltestelle in Sicht war, habe ich eine Frau angesprochen. Die Bushaltestelle? Nee, die ist ganz woanders! Komm, ich fahre dich hin. Glück gehabt! Osettai gab es auch noch in Form von Keksen von ihr.
Als ich an der Bushaltestelle ankam und den Fahrplan checkte, zeigte sich, dass der nächste Bus erst in 3 1/2 Stunden fahren sollte. Nein! Aber Glück gehabt, ein Taxi stand dort. Also ging es mit ihm den steilen Berg hinauf. Und oben erwartete mich das blanke Klischee!




Sowas gibt es wirklich! Und ich habe kein Photoshop verwendet! Ist das nicht herrlich? Auch die Aussicht von hier oben ist herrlich.

Da ich einmal das Taxi hatte, habe ich mich auch gleich noch Richtung nächster Tempel fahren lassen. Die beiden liegen 8 Kilometer voneinander entfernt. Erst muss man 300 Meter runter um dann wieder 250 Meter hinauf zu laufen. Aber es gibt da eine Standseilbahn! Und mit der wollte ich sowieso gerne fahren.

Dieses Gerät sieht eher aus wie ein alter Bus. Damit fuhren wir dann zu dritt nach oben, zwei Passagiere und eine Zugführerin.
Oben angekommen, musste ich noch einmal ein ganzes Stück am Berg entlang laufen, bevor ich zur nächsten Disneykulisse kam.

Ist das nicht herrlich? Die letzten Tage in Kagawa versöhnen mit den ganzen Strapazen von vorher. Gut, da gab es ja auch schöne Dinge zu sehen, aber hier ,,, !


Das Schöne bei beiden Tempeln war wieder, dass ich recht zeitig an Ort und Stelle war und somit den Platz nahezu für mich alleine hatte. Das waren bisher richtige Plätze zum Genießen.
Dann ging es wieder mit der Bahn bergab und zu Fuß 2 1/2 Kilometer in Richtung Bahnhof.

Dazu musste ich an zahllosen Steinmetzbetrieben vorbei. Mein Gott, was die nicht alles produzieren. Da sind die Winke-Katzen noch harmlose Modelle. Ich glaube, die Japaner mögen Kitsch.
Nach einer halben Stunde Wartezeit auf dem „Bahnhof“ ging es dann weiter.
In Shido angekommen, muss ich noch einen Kilometer laufen, um wieder Bilder zu machen.




Tempel 86 befindet sich in einem richtig verwunschenen Garten. Da sieht man nichts von der berühmten japanischen Landschaftspflege. Alles mehr oder weniger sich selbst überlassen. Zumindest macht es einen solchen Eindruck. Hätten dort Bänke gestanden, ich wäre erst am späten Nachmittag wieder aufgebrochen, denn das Wetter war noch immer strahlender Sonnenschein.
Am sehr frühen Nachmittag tippelte ich zurück ins Ortszentrum in der Hoffnung, irgendwo ein Café zu finden. Nach einigem Hin und hergelaufen, sprach mich eine Frau an, was ich suche. Aber sie hatte auch keine Ahnung. War wahrscheinlich nicht aus der Gegend. Aber ein Foto wollte sie mit mir und ihr haben. Ach ja! Dafür gab es zwei Flaschen Getränke. Osettai! Ach ja?
Schließlich fand ich dann doch noch in der Nähe des Bahnhofs ein sehr schönes Café. Da gab es sogar Spaghetti Napoli. Jedenfalls hatte es den Namen. Und genau das habe ich mir dann doch bestellt und auf den Süßkram verzichtet.






Und was hat es nun mit den Fischen auf sich? Am 14. April ist Feiertag für die Jungs. Die Fische sollen vor allem Glück bringen und dafür sorgen, dass die Kerle groß und stark werden. Wieder was gelernt!
Für die Mädchen gibt’s das Fest am 3. März und da gibt’s die Hani-Puppen. Die kennt ihr ja schon aus Sakamoto.