Heute und morgen sollen die beiden längsten Etappen des Corfu-Trails sein. Da der Wetterbericht wieder nur Gutes verspricht, bin ich schon gegen 6 Uhr in die Spur. Ich konnte wieder nicht gut schlafen! Komisch, ich müsste doch klipperklar sein, von den Strapazen des Tages. Ich glaube eher, es liegt daran, dass es sich in der Nacht nicht richtig abkühlt. Fenster auflassen geht auch nicht. Da fliegt einem die Bouzouki-Musik um die Ohren, mal abgesehen von den fleißigen Moskitos!
Wie gesagt, es ging früh los. Kein Frühstück! Ich hätte sowieso keines bekommen und außerdem liebe ich ja die Bäckereien und das Kafenion. Also irgendwo unterwegs einkehren. Für Benitses ist es zu früh am Morgen. Also Frühstücken in Agioi Deka. .


Und so schaut’s im Laden aus. Der Cappuccino war wieder oberlecker und ließ das Herz schön klopfen.
Naja, das Herz hat auch so ein wenig geklopft, da ich heute ein wenig betrog. Meine Vermieterin erklärte mir nämlich, dass es keinen Sinn machen würde, wenn ich erst 6 Kilometer den Berg hinauf kletterte, nur um oben festzustellen, dass das Kloster geschlossen ist und man nichts weiter als eine Mauer sehen könnte. Das hat überzeugt! Ich sparte mir damit 300 Höhenmeter und zwei Kilometer Wegstrecke, da ich den Berg nicht umrunden musste, sondern quasi Abkürzen konnte.
Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass ich trotzdem als erstes einmal 400 Meter rauf musste. Benitses liegt ja am Meer und es geht wieder rüber an die Westküste!
Nachdem ich den Berg hinter mich gebracht hatte ging es weiter fleißig bergauf und bergab bis ich gegen Mittag in Sinarades ankam.

Zwei Flaschen Zitronenlimo einfüllt und gefühlt, dass die Flüssigkeit gleich wieder den Weg durch die Hautporen genommen hat. Die Wetterapp zeigte schon wieder 26 Grad an und ich war fast schon geneigt, den Bus zu benutzen. Machte aber keinen Sinn, da ich erst nach Korfu Stadt hätte fahren müssen um dann umzusteigen und fast auf demselben Weg zurück zu fahren. Vom Zeitverlust wollen wir mal nicht reden!
Also weiter! Fleißig rauf,

Fleißig runter!
Der Schatten zwischen den Häusern bzw. in den Olivenhainen tut schon gut. Nur leider regt sich nicht der geringste Windhauch! Die Luft steht und ist eine Macht.
Zwischenzeitlich ging der Weg auch nahe der Küste entlang. Allerdings in luftiger Höhe. Da hatte ich nichts dagegen. Am Strand entlang zu laufen, ist keine wahre Freude.
Dann endlich öffnete sich wieder der Blick und das Tagesziel Pelekas ist gut zu sehen.

Trotzdem kam nicht die große Freude auf, auch wenn Pelekas als schönster Ort der Insel beschrieben wird.
Ihr seht es. Ich muss da nochmal ganz weit runter und auf der anderen Seite ganz weit rauf! Selbstgewähltes Leid!
Aber Pelekas ist wirklich sehr schön! Hübsche Häuser, kleine Restaurants und Geschäfte und eine Einweiserin, damit der Bus im Ort wenden kann!







Morgen steht wieder so ein langer „Kanten“ an. Ich gehe bestimmt wieder recht zeitig los um wenigstens ein wenig vor der Sonne und der Hitze entfliehen zu können.
Ach ja, heute ist mir bewusst geworden, dass es auf den Winter zu geht! Wie das?

Auf Korfu gibt es schon Alpenveilchen!