Heute ist der 13te. Und genau so ging er auch los.
Ich hatte mir ja vorgenommen, zeitig zu starten und was ist passiert? Erst viertel 8 Uhr war die Nacht vorbei! Soll man sich da nun freuen, dass man mal länger schlafen kann oder ärgern, dass man noch nicht in der Spur ist?
Auf jeden Fall war ich heute Morgen im Bad sehr schnell fertig und hatte auch ganz schnell meinen Rucksack gepackt. Dann ab zum Bäcker, Cappuccino und Gebäck gekauft und auf einer Bank in der Ortsmitte gefrühstückt.
Alles leer! Der ganze Ort leer! Nicht mal ein Auto oder ein Motorroller kam gefahren! Auch die auf Korfu allgegenwärtigen Katzen waren nicht zu sehen! Ob die noch einen Kater haben?
Der Morgen ist noch (nennen wir es mal so) frisch, der Weg liegt im Schatten und geht bergein hinab zum Strand.

Schnell waren 4 Kilometer gelaufen. Aber: Hätte ich mal vorher lieber richtig in die Karte geschaut! Auf einem Kilometer mit gerölligem Untergrund über 200 Meter den Berg hinauf! Es war zum K…! Und das habe ich auch getan. Die in Öl gebackenen Mehlspeisen sind ja lecker, stoßen einem aber auch den ganzen Vormittag auf. Solcher Stress ist auf fast nüchternem Magen doch nicht so gut!
Als ich vom Berg wieder abgestiegen war, was kam da von rechts? Eine schöne, glatte, leicht abschüssige Straße von Pelekas!
Das hätte ich deutlich leichter haben können! Die zwei Kilometer stressigsten Umweg hätte ich mir absolut sparen können!
Danach ging es völlig unspektakulär durch die Landschaft. Zwischenzeitlich hatte immer wieder mal ein paar Hunde als Wandergefährten.
Zu Mittag hatte ich 10 Kilometer in den Beinen und auch einen Riesendurst. Rein zufällig stand da eine kleine Kneipe am Wegesrand und es gab Schatten!

Nicht so ein Touri-Ding, sondern ein richtiges Lokal für die Einheimischen. Die Herren saßen da und tranken ganz in Ruhe ihren Kaffee. Mancher auch schon seinen Ouzo me nero! Also auf deutsch: Ouzo mit Wasser. Der wird durch das Wasser milchig und sieht dadurch sehr gesund aus! Keiner konnte Englisch oder Deutsch!
Und dennoch konnte ich mir etwas zu Trinken bestellen und habe es natürlich auch bekommen. Und just in dem Moment, dass ich trinken wollte, kam eine WhatsApp meines heutigen Vermieters, in der er wissen wollte, wann ich ankommen würde.
Das konnte ich ihm leider nicht so genau sagen, zumal es mir ja noch elendig im Bauch arbeitete. Dann kam sein Entschluss: ich solle bleiben, wo ich bin, er holt mich mit dem Auto ab. Das wäre sowieso besser bei dem Wetter und wie könne man nur so verrückt sein, bei diesen Temperaturen durch die Landschaft zu wandern.
Es dauerte keine 10 Minuten bis eine junge Frau mit einem Kleinwagen anhielt und mich aufforderte einzusteigen. Sowas habe ich noch nie gemacht bei einer wildfremden Frau, aber ich wollte schon gern mal mit einem Smart fahren. Es war die Ehefrau von Dimitrios, meinem heutigen Vermieter. Da sie gerade in meiner Nähe war, hatte er sie angerufen, mich aufzulesen.
Und so kam ich heute nach Liapades.

Es ist auch ein hübsches kleines Dorf, in dem noch keine Touristen sind, bis auf wenige Ausnahmen. Unten am Strand sind dann die Bettenburgen und deren Belagerer und das ganze Andere, was noch zu diesem Rummel dazugehört.
Ach ja, als ich im Ort einkaufen war, tönten aus einem Haus die Nachrichten in ungarischer (!)!Sprache. Das ist, glaube ich, auch nicht ganz normal?!