Agios Georgios? Hatten wir doch schon mal! Stimmt! Aber es gibt noch eines im Norden der Insel. Und da ging’s heute hin.
Mir war gestern schon angedeutet worden, dass der Bäcker heute geschlossen haben könnte. Es ist Sonntag. Also habe ich mir heute Morgen einen Tee gekocht und ein bisschen Brioche gegessen, welches ich gestern noch im Supermarkt gekauft hatte.
Pünktlich viertel 8 Uhr ging es wieder los. Die Temperaturen noch im angenehmen Bereich und niemand unterwegs. Da macht das Laufen Freude auch wenn der Coffee Specialist tatsächlich geschlossen hatte.

Aber die Natur sieht bei dem Licht der aufgehenden Sonne so richtig toll aus!
Was dann kam, war erst mal wieder weniger schön. Ihr ahnt es. Genau über diesen Berg führte mein Weg. Hmmm! Ich hatte 3 Möglichkeiten (wie im Märchen). Variante eins: ich richte mich nach der App. Variante zwei: ich richte mich nach der Ausschilderung. Und Variante drei: ich richte mich nach dem Wanderführer von 2012. Alle drei Varianten weichen natürlich vom Streckenverlauf voneinander ab. Man verlässt sich dann halt auf sein Gefühl, marschiert los und wenn man dann gar nicht mehr weiter kommt, hilft die moderne Technik, wenn man GPS hat!
Genau so habe ich’s gemacht, habe mich natürlich im Olivenhain fast verlaufen und dann doch wieder auf den Weg gefunden.

Beim Aufsteigen hat man natürlich immer mal wieder die tollsten Aussichten – so wie hier auf Paleokastritsa mit seinem wunderschönen Kloster.
Aber Kultur war heute nicht. Ich habe bin ja auf einem Nature Trail. Ach ja, Infotafeln sehen heutzutage auch anders aus als früher. Da kann man nur hoffen, dass man auch Netz hat.

Hier ging’s wieder mal auf einem winzig kleinen Pfad steil bergauf. Ich hatte nämlich mal wieder abgekürzt, weil ich dann oben an der Straße direkt neben einem Kafenion heraus kommen sollte.

Dem war auch so, nur leider hatte auch dieses geschlossen. So ein Leben ohne Cappuccino am Morgen ist schon ganz schön hart! Eigentlich wollte ich mich damit auch ein wenig belohnen. Hier hatte ich den steilen Anstieg geschafft und war auch fast an der höchsten Stelle des heutigen Tages in Lakones.
Nun gut, war halt nicht! Noch 700 Meter und 20 Höhenmeter, dann ein neuer Versuch.

Und der war richtig gut! Das ging schon bei der Musik los. Das war Musik aus unseren besten Zeiten! Phil Collins, Toto, Dire Straits, Eagles! Und das Beste: der erste Gast des Tages bekommt eine Kugel Eis geschenkt! Nun ratet mal, wer der erste Gast war?

Außerdem konnte ich der Einladung der jungen Frau sowieso nicht widerstehen. Wer so lachen kann, hat schon gewonnen!
Und das Eis war wirklich allererste Sahne! Alles selbstgemacht. Und raffinierte Sorten. Ich bestellte mir eine Kugel Kumquat- und eine Kugel Feigeneis und verzehrte dann alles bei einmalig schöner Aussicht.


Dann weiter und auch nochmals den Berg hinauf, vorbei an einem kleinen Kloster direkt am Straßenrand (natürlich auch zu!) mit Aussicht auf Angelocastro. Das ist eine Burgruine hoch auf einem Berg. Da stehen aber nur ein paar Mauern. Sonst ist da nix.

Gut, dass da der Weg nicht vorbei führt!
Dann führte der Weg wieder durch Olivenhaine, wobei hier die Bäume auf Terrassen stehen. Teilweise hat man hier schon mit dem Auslegen der Netze für die Olivenernte begonnen.

Von nun an ging’s bergab. Und das auf einem alten Eselspfad! Okay, für mich als Wanderer ging es bergab. Für andere ging es bergauf!
Ein Stückchen unterhalb dieser Stelle ist es dann passiert! Ich habe doch tatsächlich zwei Hikerinnen getroffen. Beide kommen aus Tschechien aus der Nähe von Budweis. Als ich ihnen erklärte, dass ich auch schon dort und in Babylon war, war die Freude groß. Do sledanu und happy trails!
Ja, und dann war ich heute schon halb 1 Uhr am Ziel. Einchecken ging erst ab 14 Uhr weil das der Computer so wollte. Also warten! Ich machte es mir bei einem Obstsalat und einem Tonic bequem, als mich der Schlag traf!
Schande! Wo bin ich hier hingeraten? Eine Herde Pensionäre im Pool wurde von einer jungen Frau animiert, ihre Arme im Takt zur Musik der Village People (Y.M.C.A.) zu schwingen und mitzusingen um nicht grölen zu sagen.
Oh nein! Wozu der Mensch alles fähig ist! Ich bin hier definitiv an der falschen Stelle! Das Alkyon Beach Hotel ist absolut auf polnische Pauschalurlauber ausgerichtet. Und leider sieht’s hier auch so aus. Dabei war das Zimmer nicht ganz billig!



Für morgen steht jedenfalls schon fest: Übernachtung im Zelt. In den nächsten Abschnitten gibt es keine festen Unterkünfte.