Oh, what a night hatten die Four Seasons gesungen, meinten aber etwas ganz anderes, als ich heute Nacht erlebt habe.
Ich sagte ja schon, das Zelt stand suboptimal und der heftige Wind ging bis gegen 2 Uhr morgens. Ich war gefühlt jede halbe Stunde munter. Mal bin ich gegen einen Stein gerutscht, der dann mit der Zeit ungemütlich drückte. Mal kam lautstark ein Tier schnüffelnd ums Zelt, mal waren es lautstarke Vögel.

An erholsamen Schlaf war also nicht zu denken! Somit bin ich dann auch sehr zeitig wieder in der Spur gewesen.
Und was soll ich sagen: nur 20 Meter weiter hätte ich die schönsten Lagerplätze finden können. Schön glatt, schön eben! Es sollte halt nicht sein!
Ich hätte sogar mitten in einem verfallenen Kirchlein mein Zelt aufbauen können. Da hätte ich bestimmt noch Schutz von oben bekommen, auch wenn das Kirchlein kein Dach mehr hatte.






Als ich an dieser Stelle vorbei war, ging es dann nicht mehr so steil bergauf. Wäre nicht das mächtige Gestrüpp gewesen, ich hätte deutlich schneller sein können. Dann endlich öffnete sich der Wald und es ging prärieähnlich immer weiter auf den Pantokrator, den höchsten Berg Korfus, zu.


Auf dieser vermeintlich leichten Strecke musste man auch höllisch aufpassen. Nicht nur der Steine wegen, vielmehr wegen der vielen Kuhfladen! Obwohl es noch recht kühl und windig war wurde ich massiv von Fliegen und Mücken angegriffen.
Bis ganz hoch auf den Berg bin ich dann doch nicht. Bei klarer Sicht hat man bestimmt eine fantastische Fernsicht. Aber ich hatte es ja schon an verschiedenen Stellen gesehen, es war durch das Meer noch ganz schön dunstig.
Dann ist es mal wieder passiert, dass ich mich verlaufen habe. Das habe ich aber erst nach einem Kilometer bemerkt. Ursache des Übels war ein Traktor, der genau am Wegabzweig und der Markierung derselben stand. Sieht kein Mensch!
Dann immer hinab über Wiesen und Felsbrocken bis nach Perithia. Das soll das älteste Dorf Korfus sein. Viele Häuser sind schon lange verlassen und verfallen. Trotzdem hat es einen besonderen Reiz, so dass sogar eine Nobelherberge Gäste anzieht.

Halb 11 Uhr war ich hier und habe in einem sehr gemütlichen Restaurant erst einmal Frühstück gemacht.

Und dann ging es fast nur noch bergab hinab Richtung Meer.

Das Ziel scheint nah zu sein und ist doch noch weit entfernt.

Und damit man sich nicht auf den letzten Kilometern verläuft, gab’s nochmal eine hübsche Wegmarkierung.
Ja, runter zum Meer ging es fast schnurgerade. Dort angekommen, musste ich dann noch etwas mehr als 3 Kilometer durch die blanken Feriengebiete laufen.
Mit dem Erreichen des Ortes Agios Spiridon war’s dann geschafft. Einen richtigen Zielpunkt gibt es leider nicht und auch kein Zertifikat.
Macht nichts! Schön war’s dennoch!