Kaijo (Kainan)

Ich hatte heute eine stürmische Nacht! Der Sturm des letzten Tages ging auch durch die Nacht durch. Auch die geschlossenen Fensterläden haben fast nichts gebracht. Die Fenster – das sind ja nur dünne, einglasige Scheiben – klapperten unentwegt. Naja, zumindest hatte ich frische Luft.

Auch heute Morgen war der Wind noch recht stark, aber nicht mehr ganz so heftig. Ja, und dann war Sonnenschein! Da lacht doch das Hikerherz, auch wenn es bloß 5 Grad sind!

Da sieht doch die Welt viel freundlicher aus!

Pünktlich um 7 Uhr ging es nach Tee und Toastbrot wieder los, schließlich habe ich heute 30 Kilometer zu absolvieren.

Unterwegs trifft man immer wieder auf einige, die man schon mal getroffen hatte. Diesen Herren hier kenne ich schon seit dem ersten Tag. Er hatte mich auch unterwiesen, wie man richtig japanisch badet.

Ansonsten ging es heute wieder nur an der Hauptstraße entlang.

Schön, wenn es mal solch einen Ausblick gibt. Aber es kam noch besser!

Das Meer! Schön, dass die Straße hinter diversen Tunneln wieder solche Ausblicke frei gibt.

Und gegenüber dieser Aussicht gab es wieder, natürlich was schon, einen Tempel. Das war eigentlich nur ein kleiner Nebentempel, den ich eigentlich gar nicht aufsuchen wollte.

Aber ich muss sagen, da hätte ich echt was verpasst. Es ging damit los, dass vor dem eigentlichen Tempelgelände schon mal sowas wie ein Friedhof für die vermissten Fischer ist. Friedhof geht ja insofern nicht, da es ja nichts gab, was man hätte bestatten können.

Im Tempel selbst war ich erst ganz lange der einzige Gast. So konnte ich mich in Ruhe umschauen.

Und dann sprach mich einer der Mönche an, woher ich sei und ob ich mir nicht einen Stempel holen möchte? Nebentempelstempel sind selten und damit was ganz Besonderes. Klar, wollte ich den haben! Und zum Dank dafür, dass ich wieder eine Seite im Pilgerbuch gefüllt bekam, bekam ich auch noch eine Orange geschenkt.

Dann ging es weiter die Straße entlang, so dass ich um 14 Uhr an meiner heutigen Unterkunft ankam. Aber da war keiner da, der mich hätte begrüßen können. In das Gebäude selbst hätte ich herein gekonnt, aber welches wäre mein Zimmer gewesen?

Also bin ich noch ein wenig zurück in den Ort und in einen Supermarkt gegangen, in der Hoffnung, dort vielleicht auch etwas zum Mittagessen zu bekommen. Aber war nix. Dafür gab es sowas

Nun ja, ich glaube noch nicht mal, dass der Appetit immer beim Essen kommt. Auch die Snacks sind mitunter ein wenig gewöhnungsbedürftig. Erdnüsse mit getrockneten kleinen Fischen und so…!

Naja, jedenfalls habe ich dann doch ein kleines Restaurant mit einer ganz lieben Bedienung gefunden und Reis mit Shrimps gegessen. Hey, das war sowas von lecker und dabei noch nicht mal so teuer. Das war schon lustig. Die Bedienung konnte kein Englisch, ich kein Japanisch und trotzdem haben wir uns verständigen können. Der Translator ist auch nicht wirklich das, was man sich wünscht. Jedenfalls bin ich gut satt geworden (habe ja auch gleich einen Löffel zum Essen dazu bekommen) und soll unbedingt wiederkommen. Bloß wie und wann?

Als ich aus dem Restaurant kam, kam ein seltsames Gefährt vorbei gefahren. Halb Bus, halb Triebwagen.

Mal sehen, ob ich vielleicht damit morgen ein Stück fahren kann? Da wäre dann die Strecke nicht ganz so weit, denn morgen sind es 36 Kilometer!

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