Tosa

Habe die letzte Nacht verdammt schlecht geschlafen. Wer weiß, woran das lag? Das Hotelbett war eigentlich ganz gut und das Abendessen auch. Vielleicht lag es daran, dass ich den heutigen Tag nicht wirklich so planen konnte, wie ich wollte.

Laut App wäre der Startpunkt für die heutige Etappe (36 Kilometer) am Tempel 31 gewesen. Bis dahin sind es vom Hotel aus aber schon mal 6 Kilometer und das durch die Stadt. Da werden ganz schnell 8 Kilometer draus. Bus? Fährt erst um 8 Uhr. Also Taxi. Nicht ganz billig, aber bequem, schnell und hat den Vorteil, ich werde direkt an Ort und Stelle abgeladen. Damit ist mir auch der 100 Meter-Anstieg am frühen Morgen erspart geblieben.

Kurz nach 7 Uhr war ich da und außer mir niemand! Wenn man durch das große Eingangstor eintritt, kommt man erst einmal in einen Märchenwald. Alles ruhig, alles still. Nur die Vögel machen Krach! Da konnte ich in aller Ruhe rumspazieren und Bilder machen.

Gegen 8 Uhr kam dann eine Angestellte des Tempels, die alles aufschloss und den Tempelladen öffnete. Stempel? Nee, nicht bei ihr! Da muss ich die Treppen wieder runter und nach links. Ist ein bisschen versteckt. Ist auch schon seit 7 Uhr geöffnet! Okay, eine Stunde Zeit verloren, aber eine wunderbare Zeit gehabt.

Dann mit Gas hin zum nächsten Tempel. 6 Kilometer in Rekordzeit. Weiter geht’s! Hin zur Fähre. Die fährt nur jede Stunde einmal. Wenn ich die verpasse, muss ich entweder eine Stunde warten oder 4 Kilometer Umweg laufen. Hat aber trotz Verlaufen geklappt. Bin 10 Minuten vor Auslaufen der Fähre da, leiste mir noch schnell einen Golden Drop Milchkaffee und schon geht’s weiter.

Es geht wieder durch Ortschaft hin zum nächsten Tempel. Ich verzichte auf die Einladung eines freundlichen Restaurantbesitzers. Mein Weg ist noch weit und die Zeit, sie läuft. Ich komme mir heute vor wie ein Stempelsammler für die Wandernadel. Die Tempel auf der Strecke Ware heute außer am Morgen nichts Besonderes. Wobei mir eigentlich die beiden kleinen Pilgerfiguren, die man oft sieht, ganz gut gefallen.

In einem Shop habe ich sie aber noch nicht gesehen.

Überhaupt ist es oftmals das Beiwerk, was mir gefällt. In die, ich sage mal richtigen Tempel, kann man nicht rein. Man bleibt immer am Eingang stehen. Fotografieren geht auch nicht. Das kenne ich aus Ladakh anders. Da kann man richtig „eintauchen“.

Mist! Und dann passiert es wieder! Verlaufen! Wieder 2 Kilometer mehr! Aber ich stelle fest, ich liege jetzt gut in der Zeit! Ich kann es bis um 4 bzw. halb 5 Uhr schaffen, den letzten Stempel des Tages zu bekommen. Um 5 Uhr ist da nämlich Feierabend.

In Tosa angekommen, schaue ich jetzt öfters auf die App. Bloß nicht nochmal verlaufen! Wobei, oops, es ist ja erst 15 Uhr! Also alles im grünen Bereich!

Nur noch mal „schnell“ 150 Meter den Berg hinauf, und das nach 42 Kilometern in den Beinen!

Ja und dann? Dann ist da halb 4 Uhr schon niemand mehr da! Ja, gibt’s denn sowas?!?

Nun gut, dann muss ich morgen früh nochmal hierher. Nur gut, dass mein Henro House ziemlich in der Nähe ist und ich den ganzen Anstieg nicht noch mal habe.

Übrigens habe ich wieder ein Osettai bekommen. Sieht ja schön aus und ich habe es mir als Überraschung bis heute Abend aufgehoben. Wollt ihr wissen, was drin war?

3 Kommentare zu „Tosa

  1. Alles Gute zum Geburtstag heute. Wir wünschen dir Gesundheit und Wohlergehen sowie Spaß an allem, was du machst, besonders natürlich gerade auf deiner besonderen Tour.

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  2. Lieber Jörg,

    Dir nicht nur heute zu Deinem Geburtstag alles Liebe und Gute,

    vor allem Glück und Gesundheit und dass wir weiter unsere Freundschaft leben. Wir verfolgen täglich Deinen Blog als “ Gute-Nacht-Geschichte“ , bevor wir schlafen gehen.

    Fühl Dich lieb umarmt von Angela und Frank.

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  3. …das klingt ja ziemlich spannend, ja beinahe hektisch heute.Ich hoffe du bist noch munter und hast nun die Ruhe, meine herzlichsten Geburtstags-Grüße und -Wünsche entgegen zu nehmen?Also: Alled Jute! Bleib jesund und munta!Heute schläfst du gewiss besser…Beste Grüße – ganz mobül.☎️ // 18:47 Uhr Ortszeit.Jens Rühl

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