Sunouchi

Heute Nacht habe ich seit längerem mal wieder gut geschlafen. „Schuld“ daran war bestimmt die gestrige Behandlung in der Physio. Okay, von der Matratze springe ich nicht gleich auf, aber alles ist deutlich besser. Da mein ganzer Plan hier sowieso durcheinander gekommen ist, was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist, kann ich den Tag entspannt angehen. Heute sollen es nur 15 Kilometer werden.

Also erst einmal in Ruhe gefrühstückt. Es gab (nicht angebrannte) Reisküchlein und viel frisches Obst. Ehrlich gesagt, schmecken die Reisteile nach nichts. Das ist einfach nur zusammengeklebter Reis. Muss man nicht unbedingt haben!

Dann ging’s los. Den ersten Teil des Weges kannte ich ja schon von gestern. Unterwegs überlegte ich mir, dass ich in der Physio noch mal zu einem Besuch auftauchen könnte. Zeit hatte ich heute ja genug. Und vielleicht bringt es ja noch mehr Erfolg.

Sprechzeit dort ab 9 Uhr. Ich kurz nach halb dort. Ein junger Mitarbeiter (der Leipzig-Fan) sieht mich kommen und will wissen, was denn los sei? Daraufhin habe ich ihm mein Anliegen vorgetragen und er fand 9.20 Uhr einen Termin für mich. Ich solle aber unbedingt hier am Eingang warten. Keine zwei Minuten später kam er heraus und sagte, dass es losgehen könnte. Und dann ging es los! Es gab Stellen, wenn er da rein drückte, hätte ich die Wand hinauf gehen können. Da war das Mädel gestern harmlos dagegen!Ich hoffe mal, dass diese Aktion nochmal was gebracht hat. Und beim Bezahlen wollte er heute nur die Hälfte von dem, was ich gestern bezahlt hatte. Nein, das wäre okay so! Ich bin im Anschluss an die Behandlung (oder soll ich Folter sagen?) schnell noch in den Supermarkt, habe Törtchen gekauft, mich bei den jungen Leuten nochmals bedankt und die Nascherei als Osettai dagelassen.

Dann ging es wieder an die Straße, aber diesmal auch zwischen diversen Feldern hindurch. Das ist auch mal schön, den Straßenlärm nicht zu hören.

Dann wurden kurz nacheinander zwei Tempel abgearbeitet. Eher unauffällig, aber klein und niedlich.

Hier musste ich dann doch etwas schmunzeln. Mal kein Automat, aus dem Getränke kommen, sondern einer für Pilgerutensilien und Pilgerkitsch. Warum nicht?

Im zweiten Tempel hat es schön geblüht. Kamelien, Rhododendron, Tulpen usw. Und dann war es schon Mittag und ich hatte ein Udonrestaurant ganz in der Nähe entdeckt. Ja, Nudeln wären was gutes, nachdem es in den letzten Tagen immer Reis gab. Also in der Reihe angestellt und den Damen klar gemacht, was ich essen wolle.

Und dann ging das Essen der „Regenwürmer“ los. Nee, schmeckt wirklich gut! Und nun ein paar Tipps für euch. Das Wichtigste ist, erst einmal überhaupt eine oder mehrere der ziemlich rutschigen Nudeln mit den Stäbchen zu fassen zu können. Dann hat man eigentlich schon gewonnen. Rein damit in den Mund und ansaugen. Dann kann man versuchen, mit den Stäbchen weiter unten wieder anzufassen und weiter zu „helfen“. Eigentlich ist es eher ein Führen der Nudel, damit diese nicht rumschlenkert und rumkleckert. Auf keinen Fall den Fehler machen, sich mit dem Mund der Schüssel zu nähern. Das ist unanständig! Man führt die Schüssel zum Mund! Dann wird zwar daraus getrunken, geschmatzt und gezutscht, aber das ist okay so!

Nun wisst ihr Bescheid! Ja, Reisen bildet!

Gut gesättigt und gestärkt ging es schon fast zum Finale des heutigen Tages.

Erst einmal musste ich an diesem riesigen Windspiel vorbei. Die Stofffische waren bestimmt zwei bis drei Meter lang. Sie sollen Glück bringen. Hoffentlich hilft es!

Letzter Tempel des Tages? Nee, das ist eine andere Fraktion, auch wenn es schön aussieht. Der Tempel, zu dem ich muss, liegt 300 Meter daneben!

Und wenn dann wieder ein Reisebus vorfährt, bekommen die Mitarbeiter im Büro richtig Arbeit.

Zu den Pilgerbüchern kommen nämlich noch diverse Stoffrollen und Jacken, die alle mit Stempeln versehen werden müssen.

Ein Kommentar zu „Sunouchi

  1. lieber Jörg, ich hoffe, dir geht es besser. Tempel abhaken? Fühlt es sich wirklich so an? Es ist schon eine große Anzahl! 88!
    Ich will heute im Garten ein bisschen arbeiten und dann in Gera einen Besuch abstatten. Ich nutze die Gelegenheit gleich, um auf der Bahn die neuen Reservierungen vorzunehmen. Das ist die Folge der geänderten Reisebedingungen.

    Ganz liebe Grüße von deiner Andrea

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