Shikokushuo

So langsam, aber sicher, habe ich den Kanal voll.

Ist das nicht wieder ein Prachtwetter? Es reicht doch, dass der Körper nicht so mitspielt, wie er soll. Nun auch noch sowas.

Der Wetterbericht meldet 100%-ige Regenwahrscheinlichkeit. Und da das noch nicht reicht, gibt es noch eine Unwetterwarnung wegen extremen Regen- und Schneefällen! Halleluja!

Sicherlich haben heute einige Pilger deshalb, so wie ich, den Zug genommen und sind ein ganzes Stück gefahren. Liegt aber sicherlich auch am Streckenabschnitt: 35 Kilometer ohne Highlight an der Straße. Dieser Abschnitt, wie auch die Strecke nach Kap Moruto (den bin ich aber fast 3 Tage lang gelaufen), wird eigentlich von fast allen mit dem Zug zurückgelegt.

Als ich hier ankam, wurde aus dem Starkregen erst mal, ja was eigentlich? Eine Steigerung zu Starkregen fällt mir erst mal nicht ein.

Bloß gut, dass meine Unterkunft nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt ist. So konnte ich erst mal meinen Rucksack und mich abstellen. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, bin ich mit kleinem Gepäck los in Richtung Tempel 65.

Es war schon teilweise ein wenig gespenstisch, wie es im regennassen Nebel durch den Wald ging. Hier im Wald war ich ganz allein, jedenfalls was menschliches Leben anbelangt. Die anderen westlichen Pilger waren ja weit vor mir und wer läuft sonst bei solchem Mistwetter freiwillig draußen rum? Japaner sind es nicht! Die haben ein Auto!

Nach gut zwei Stunden kam ich dann sacknass dort an. Was soll ich sagen? Es war mal wieder ein Tempel, der besseres Wetter verdient hätte. Kann man sich nur leider nicht aussuchen!

Der Tempel ist wunderschön in etwa 300 Meter Höhe gelegen und nicht nur die Kirschen haben herrlich geblüht. Einige der Kirschbäume sollen übrigens über 200 Jahre alt sein!

Selbst Papaya hat geblüht. Ich hätte nicht gedacht, dass hier so etwas wächst. Okay, diverse Palmen sieht man auch immer wieder.

Nachdem ich das Programm im Tempel absolviert hatte, trat ich den Rückweg an. Dabei kam sogar einmal für eine Minute die Sonne heraus.

Als ich den Ortsrand erreicht hatte, kam auf dem Handy die Unwetterwarnung. Und 10 Minuten später ging es auch schon los. Gut, dass da so etwas wie ein Carport war. Da konnte ich mich erstmal unterstellen. Nach 10 Minuten ließ der Regen nach (natürlich ohne aufzuhören) und ich machte mich auf den Weg in Richtung Supermarkt. Mein Magen hatte schon auf dem Weg zum(!) Tempel Zeichen gegeben.

Kaum dass ich drin war, ging ein solches Unwetter los, das glaubt man kaum. Da hatte ich doch Glück gehabt. Ich habe im Supermarkt gleich „Mittag“ gemacht und das Mistwetter ausgesessen. Zumindest halbwegs. Denn schon bald wird es einem in den nassen Klamotten kalt und man muss wieder los, egal was für Wetter draußen ist.

In der Unterkunft angekommen, war auch schon das Bad gerichtet und ich konnte mich im heißen Wasser wieder schön aufwärmen.

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