Motoyama

Es ist mal wieder alles ganz anders geworden, als ursprünglich gedacht. Eigentlich wollte ich heute den Berg in Richtung Tempel 66 gehen, hatte aber nur eine Unterkunft nach etwa 16 Kilometern bekommen. Bis zur nächsten Unterkunft wären es dann knapp 40 Kilometer geworden. Nee, sorry, sowas traue ich mir im Moment nicht. Außerdem hätte ich dazu über den höchsten Berg der Reise gemusst. Also knappe 900 Meter hoch und auch wieder runter. Start und Ziel sind auf Meereshöhe!

Also umgeplant. Ich fahre einfach ein bisschen vor und arbeite hier mal ab, was ich sonst nach dem großen Stretch noch hätte machen müssen. Geplant war für gestern Ruhetag, den mache ich mehr oder weniger morgen.

Tja, der Wettergott! Gemeldet sind keine Niederschläge, aber als ich meine Herberge verlasse, fällt Wasser in Form von dicken Tropfen vom Himmel. Das stört mich aber nicht sonderlich, denn der Bahnhof ist nicht weit entfernt. In den Bergen hängen wieder dicke, fette Wolken.

Das Wolkenloch auf dem Foto täuscht. Das war heute das einzige Mal, dass blauer Himmel zu sehen war.

Auf meiner Fahrt hierher habe ich hin und her überlegt, fahre ich zuerst in die Nähe des Hotels, gebe dort meinen Rucksack zur Aufbewahrung und kümmere mich dann um die Tempel? Alternative wäre gewesen, 6 Kilometer vorher aussteigen, Tourismusbüro wegen der Möglichkeit einer Busfahrt befragen und vielleicht auch gleich Tempel 66 besuchen. Bekanntermaßen machen solche Einrichtungen aber erst 10 Uhr auf. Da hätte ich 1 1/2 Stunden warten müssen. Also erstere Variante gewählt.

Mit dem Zug nach Motoyama und zuallererst Tempel 70 einen Besuch abgestattet. Das war wieder ein Schöner, der bei schönem Wetter sicher noch schöner gewesen wäre.

Dann weiter 2,5 Kilometer zum Hotel. Niemand, nicht mal eine Fliege, ist dort. Einchecken erst ab 16 Uhr! Also zurück zum Bahnhof und zurück nach Kan-onji mit der Bahn.

Dort angekommen, hat die Touristinformation natürlich schon auf und ich lasse mir alles schön ausführlich erklären. Danke Google Translator!

Als dies erledigt war, ging ich zu den Tempeln 68 und 69, die auf dem gleichen Gelände stehen.

Ich glaube, heute ist Tag der schönen Tempel. Da nur ganz wenig Leute da waren, konnte ich mich im Office mit einem Mönch ein wenig unterhalten. Ich wollte mal wissen, was es mit den Pagoden auf sich hat. In manchen Tempeln gibt es welche, in anderen nicht. Außerdem wollte ich wissen, was deren Inhalt sei. Die Antwort war eher enttäuschend. Die Pagode sei einfach nur ein schönes Bauwerk und beherberge nichts weiter als ein Schriftstück mit dem Herz-Sutra. So, jetzt habe ich etwas gelernt.

Nahe des Tempels befindet sich ein schöner Park, solch einer, wo die Kirschbäume blühen!

Stellen wir uns Japan nicht genau so vor? Klar, ist ja auch schön und wäre bei strahlendem Sonnenschein nicht mehr auszuhalten! Und dann gibt es dort auch noch eine Sandskulptur aus dem 7.(!) Jahrhundert. Wenn man die richtig sehen will, muss man aber erst einmal einen Berg hinauf steigen.

Das war mir schon wichtig, mir das anzuschauen. Es wird versprochen, dass man ein langes Leben bei bester Gesundheit und ohne Geldsorgen haben wird, wenn man es gesehen hat. Na, ich bin gespannt!

Danach ging es wieder hinaus nach Motoyama, aber irgendwie verging die Zeit heute nicht. Es war erst 15 Uhr. Im Hotel ist da noch immer keiner da. Anzuschauen außer besagtem Tempel, den ich ja aber schon am Morgen besucht hatte, gibts da nicht. Auch keinen Geocache.

Was weiß Google nicht? Bus zum Tempel 67? Gefunden! Ich habe keine Lust, jetzt noch 8,5 Kilometer mit vollem Gepäck hin und auch wieder zurück zu laufen. Und wenn der Tempel vor meiner Ankunft schon schließt, wäre alles für umsonst gemacht. Also mit dem Bus raus, rückwärts zu Fuß.

Dieser Tempel war wieder in einem kleinen Wäldchen versteckt. Ich sagte wohl schon, heute ist Tag der schönen Tempel. Halb 6 Uhr war ich dann ziemlich erschöpft im Hotel. Jetzt klappte es mit Einchecken. Endlich raus aus den verschwitzten Sachen, Duschen und etwas zu essen kaufen.

Morgen wird es (hoffentlich) nicht so stressig! Da steht nur die berühmt berüchtigte 66 auf dem Plan.

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