Takamatsu City II

Nachdem ich zwei Tage in Takamatsu verbracht habe, will ich nun endlich einmal aufschreiben, was ich so in der großen Stadt erlebt habe.

Um dorthin zu kommen, musste ich erstmal von Nagao (Hier habe ich die übernachtet.) aus den Zug nehmen. Da der Bahnhof gleich um die Ecke war, hatte ich nicht weit zu laufen.

Rechts, das Gebäude, ist der Bahnhof. Eigentlich ein Bahnhöfchen, aber eine Konkurrenz zum großen Japan Rail Unternehmen. Hier gibt es mehrere kleine Bahnlinien, die die Nebenstrecken bedienen, die wahrscheinlich für JR nicht effektiv genug sind.

Ja, als ich um die Ecke bog und das Bild sah, dachte ich, ich sei in Holland. Die vielen Fahrräder! Ja, in Japan wird viel Rad gefahren. E-bikes sind allerdings eine große Ausnahme.

Auf die Minute pünktlich kam ich in Takamatsu an. Nun ab ins Hotel! Es sollte sich etwa 700 Meter vom Stadtzentrum entfernt befinden. Das letzte, wo ich in Takamatsu übernachtet hatte, war 450 Meter davon entfernt. Nur wo ist das Stadtzentrum und in welcher Himmelsrichtung davon befinden sich die Hotels?

Gut, dass es wieder mal Google Maps gibt! Mist! 1 1/2 Kilometer zu Fuß bis dahin. Was soll’s. Das Wetter ist wieder super und wer weiß, ob ich nicht wieder zum Einchecken zu zeitig ankomme. Und genau so ist es wieder. Ich darf mich aber im Frühstücksraum aufhalten, das Internet nutzen und auch den Getränkeautomaten mit kostenlosen Kalt- und Heißgetränken nutzen. Nach einer halben Stunde Wartens kann ich dann mein Zimmer beziehen.

12. Stock! Und was für eine Aussicht! Und gleich nebenan eine Mall. Und was für eine! Bestimmt einen Kilometer lang und ebenso breit. Diverse Fußgängerwege durchziehen das vollständig überdachte Gebiet. Ein Geschäft am anderen, ein Restaurant am anderen. Überall Betrieb. Und in den Geschäften gibt es keinen Ramsch und Trödel!

Da sind selbst ganz große Marken vertreten! Für mich ist es erstaunlich, wie viele japanische Modemarken es gibt. Und wie viele modische Ideen umgesetzt wurden. Das ist nicht spinnertes Zeug, was sich Mode nennt, sondern einfach nur chic und einfallsreich. Und das sage ich als Mann! Ja, ich muss sagen, das gefällt mir, was ich da in den vielen kleinen Boutiquen gesehen habe.

Hätte ich im Vorfeld gesehen, wo sich mein Hotel befindet, ich hätte es niemals gebucht, hätte allerdings auch ein Highlight verpasst.

Zum Abendessen (sowas gibt es in den Hotels nicht) brauchte ich also nur aus der Tür treten und mich für eines der vielen Lokale entscheiden.

Es ist schwer, das richtige Lokal zu finden. Japanisch (Reis oder Udon-Nudeln?)? Koreanisch? Italienisch? Indisch? Chinesisch? Und hat man sich dann für eines entschieden, ist noch lange nicht gesagt, dass man auch gleich einen Platz bekommt.

Auch mit solchen Sachen kann man sich abends die Zeit vertreiben!

Neuer Tag, neues Glück! Ich fahre mit dem Bus nach einem ausgiebigen Frühstück in Richtung Hafen. Hier befindet sich ein kleiner Park, der in der Anlage der Burgruine von Takamatsu angelegt wurde.

Was hier zu sehen ist, ist nur ein neuer Wachturm, damit man überhaupt etwas zeigen kann, außer ein paar auch rekonstruierte Mauern. Naja, es ist immer ein wenig entspannend, wenn man sich etwas abseits des Trubels bewegt. Ansonsten ist hier nichts zu sehen, außer ein paar „vergewaltigten“ Nadelbäumen. Es wird hier viel Mühe darauf verwendet, diese so in Form zu schneiden und zu biegen, bis sie nicht mehr so aussehen, wie sie eigentlich aussehen müssten, würde man sie einfach nur wachsen lassen.

Danach ging es zu den Landungsbrücken. Das Schiff bzw. Boot ist hier ein öffentliches Verkehrsmittel. Die vielen vorgelagerten Inseln, die fast alle bewohnt sind, wären sonst nicht zu erreichen.

Dann ging es auf die Suche, nach etwas Essbaren. Dabei geriet ich auf einen Markt der besonderen Art.

Mein Gott, sind die alle auf den Hund gekommen? Das ist doch einfach nur irre!

Den Nachmittag verbrachte ich damit, einfach ein bisschen herumzubummeln und zu trödeln.

Dafür gab es gestern wieder ein richtiges Highlight!

Nein, ich meine nicht das Frühstück mit dem Tintenfisch! Wobei, wahrscheinlich habe ich mich doch ein wenig angepasst?

Nein, heute will ich in den Ritsurin-Park, der für seine einzigartige und größte Piniensammlung Japans bekannt ist. Dazu musste ich erst mal wieder eine Viertelstunde Bus fahren, was Spaß macht, wenn man weiß, wie’s geht. Viele Leute steigen mit mir aus, die auch alle in den Park wollen. Ich ahne Schreckliches. Aber nein, vier Kassen sind auf und ich muss nicht mal anstehen. 460 Yen (3 Euro) Eintritt und rein geht’s und verteilt sich sofort. Das heißt, beim letzten noch halbwegs blühenden Kirschbaum drängt es sich noch leicht, da noch diverse Fotos gemacht werden müssen. Dann wird es ruhig und man kann in Ruhe den Park durchschreiten. Dabei ergeben sich immer wieder neue An- und Aussichten. Einfach nur wunderschön!

Ich habe hier bestimmt 4 Stunden zugebracht! Leckeres Softeis gab es auch, wobei mich die Cornflakes am Boden des Bechers doch etwas irritierten.

Danach begab ich mich ein wenig auf Shoppingtour. Wobei, geshoppt wurde fast nichts. Aber auch dieses Einkaufszentrum war wieder ein Superlativ. Ähnlich aufgebaut wie Dodenhof, nur 10mal größer, wenn’s reicht! Und Menschen über Menschen! Und alle mit vollen Einkaufstüten.

Zum Abendessen bin ich wieder in „meiner“ Mall eingekehrt. Ich wäre sogar beinahe beim Inder gelandet, habe aber dann dem traditionellen japanischen Restaurant den Vorzug gegeben. Dabei bin ich mit drei Frauen ins Gespräch gekommen. Es war ganz interessant zu erfahren, dass Japan auch mit einer Überalterung zu kämpfen hat und Pflegekräfte fehlen und nicht zu finden sind.

Ein Kommentar zu „Takamatsu City II

  1. Lieber „abgelaufener“ Henro-san, genieße die Shoopingmöglichkeiten, ist doch mal was ganz anderes für dich und vergiss nicht, dass du auf dem Hinflug kein Gepäck aufgegeben hattest, soll heißen, du hast unendliche Kapazitäten, Zeuch wegzuschaffen. Also, schlag zu, niemand wird dich zu Hause schimpfen.

    Gute Heimreise wünscht

    Carmen

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