Korfu – Kavos – Levkimmi

Für heute Morgen hatte ich mir den Wecker gestellt, da ich schon recht früh los wollte. Aber das hätte ich mir sparen können. Pünktlich 6 Uhr landete der erste Flieger des Tages in nur 100 Meter Entfernung neben meinem Bett. Da war die Nacht vorbei!

Tja, mit dem zeitigen Start wurde es trotzdem nichts. Frühstück gab es erst ab halb acht. Somit keine Chance, den ersten grünen Bus nach Kavos zu erreichen. Also ganz in Ruhe Frühstücken, dann 8 Uhr mit dem blauen Bus (innerstädtisch) in die Altstadt und dann 10 Minuten zu Fuß zum Busterminal.

Korfu am Morgen
Busterminal

Hier am Terminal konnte ich problemlos mein Ticket lösen (4,80 Euro) und überbrückte die Zeit bis zur Abfahrt beim nahe gelegenen Lidl. Wasser für die Tour und Essen für den nächsten Morgen gekauft. Pünktlich 10 Uhr ging die Fahrt los. Hut ab vor dem Busfahrer! Es grenzte schon an Wahnsinn, wie er seinen Bus durch die engen Straßen Straßen und Gassen lenkte. Ich würde da selbst in einem kleinen Auto Panik schieben! Wie gesagt, alles ging gut und nach fast zwei Stunden Fahrt war die Fahrt zu Ende.

Nun war es schon Mittagszeit, so dass ich gleich das erste Restaurant am Wegesrand aufsuchte. Dieses und der ganze Ort sind fest in britischer Hand. Entsprechend war auch das Essen, welches mir selbst heute Abend noch aufstößt!

Ziemlich schnell war ich mit meiner Mahlzeit fertig und dann nichts wie raus aus der Touristenhochburg!

Dann endlich kam das ersehnte Schild zum Einstieg in den Corfu Trail! Von hier an sollten es noch 17 Kilometer bis zum Tagesziel Lefkimmi sein. also los!

Einen großen Teil des heutigen Weges kannte ich schon aus vergangener Zeit, denn hier waren wir schon einmal vor ein paar Jahren und das auch im Frühling. Da war die Natur frischer und man konnte jede Menge Orchideen finden. Dafür gab es auch mehr Wanderurlauber. Jetzt liegen die Urlauber lieber am Strand. Ist vielleicht auch sinnvoller bei den heißen Temperaturen? Jedenfalls sind die Wanderwege schön leer!

Selbst hier an der Ruine der alten Abtei, die als touristisches Highlight beschrieben wird, war ich ganz allein.

Was soll ich sagen, ganz so leicht wie früher, ist mir die heutige Etappe mit den zwei heftigen Aufstiegen in der vollen Sonne nicht gefallen. Liegt es am Alter oder an den Medikamenten, die ich nehmen muss? Keine Ahnung! Auch mein Doktor hält sich da bedeckt! Egal, ich gehöre ja noch zu der Generation, die gelernt hat, dass man auch manchmal die Zähne zusammen beißen muss!

Eine Strecke von fast 2 Kilometern ging direkt am Strand entlang. Ich hatte hier insofern Glück, dass die Tide nicht allzu hoch war. Wenn man zur falschen Zeit kommt, kann es passieren, dass den Weg in hüfthohem Wasser zurücklegen muss. Dafür war am Ende des Strandweges der Weg gefährlich abgebrochen und stark ausgespült. Kein schönes Laufen!

Natürlich habe ich heute auch einmal den Weg verfehlt, konnte aber dadurch schön im Schatten laufen.

Kurz nach 5 Uhr kam ich in Lefkimmi an und musste gleich am Ortseingang erst einmal meinen Durst stillen.

Da es kein alkoholfreies Bier oder Radler gibt, muss man sich dieses selbst herstellen!

Alexandros, der Wirt, schaute mir dabei zu und konnte nicht verstehen, was ich da tat. Eigentlich hätte er wissen müssen, was ein Radler ist. Schließlich hatte er mehrere Jahre in Deutschland gearbeitet. Wahrscheinlich gab es so etwas zu seiner Zeit in Duisburg noch nicht.

Eine Unterkunft in Lefkimmi für heute Nacht zu finden, ging gänzlich in die Hose. Weder er, noch die Wirtin des Lokals, wo ich zu Abend aß, konnten mir helfen. Gut, dass ich mein Zelt dabei habe! So werde ich heute Nacht in alter PCT-Manier im Freien schlafen. Der feine Unterschied ist nur, dass ich mein Zelt hinter einer Tankstelle mit Erlaubnis des Betreibers aufstellen durfte. Mal sehen, wer mich wann morgen früh wecken wird?

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