Mein Tag fing heute erst 8 Uhr an. Es war doch eine unruhige Nacht. Der Platz für mein Zelt war wohl doch nicht so gut gewählt. Dank der vielen Motorräder in der Nacht konnte ich nicht wirklich gut schlafen. Und da auf Korfu der Tag augenscheinlich etwas später beginnt, war es am Morgen noch recht ruhig. Selbst die Tankstelle hatte noch geschlossen.
Tja, dann Schreck in der Morgenstunde. Alles war nass! Ich hatte für die Nacht kein Überzelt angebracht und das Kondenswasser bzw. der Tau hat sich dadurch im Zelt breit gemacht. Selbst der gute Daunenschlafsack ist feucht geworden.
Nun hatte ich aber keine Zeit, zu warten, bis alles richtig trocken wird. Ich wollte ja los! Also das nasse bzw. feuchte Zeug eingepackt und los!
Weit bin ich nicht gekommen. Ein Kafenion war da nach etwa 500 Metern am Straßenrand und lud zum Frühstück ein. So ist doch der Morgen gerettet!

Leckersten Cappuccino gab’s und noch viel mehr gut aussehende Gebäckstücke aus der angeschlossenen Bäckerei! Es war schon ein kleines Stück vom Paradies. So konnte der Tag gut beginnen!

Und natürlich wurde ich wegen meines ungewöhnlichen Outfits auch gleich wieder angesprochen, was ich so treibe. Dass ich nicht, wie die ganzen Urlauber hier, nur am Strand liegen wollte, konnten sie nicht so richtig verstehen. Auch dieser ältere Herr hat in den 70er Jahren in Deutschland gearbeitet. Er war im Bergbau. Hat gut verdient und hat sich jetzt mit dem Geld ein gutes Leben auf Korfu gegönnt.
Dann ging es aber wirklich los! Vorbei an schönen Gärten, durch Olivenhaine und vorbei an Mülltonnen, die für den gesamten Ort gedacht sind.

Entsprechend sieht es dann dort auch aus. Von den Düften wollen wir mal nicht sprechen. Wahrscheinlich war ich davon auch ein wenig benebelt, so dass ich an einer falschen Stelle abbog. Nach fast zwei Kilometern habe ich’s gemerkt! Also App an und zurück! Keine Freude bei 28 Grad im Schatten!

Gegen 11 Uhr kam ich dann an einer hübschen Fischtaverne an. Wahrscheinlich ist sie doch etwas weit vom Strand entfernt und die Essenszeit noch nicht erreicht. Jedenfalls war ich der einzige Gast. Nach Essen war mir auch noch nicht zu Mute. Also nur Flüssigkeitsverlust ausgleichen und dann weiter.
Dann ging es auf einem Betonweg ziemlich steil 100 Meter den Berg hinauf! Freude sieht anders aus! Ich fühle mich auch schnell schlapp dabei. Sind das die Tabletten oder doch auch das Alter? Wie mag es den Leuten gehen, die nicht bloß eine „sanfte“ Chemo haben? Mir graut jetzt schon vor den hohen Bergen, die ja noch kommen.
Oben angekommen hat man dann aber herrliche Aussichten auf das Ionische Meer und zur Rechten auf das Inselinnere, den Strand und Aussicht bis rüber nach Albanien.

Auch das Ziel der heutigen Etappe kann man schon am Ende der Bucht erahnen.
Dann ging es runter an den Strand und dort fast 6 Kilometer immer am Wasser entlang. Dass sich das nicht besonders schön laufen lässt, brauche ich nicht zu erklären. Es war zum größten Teil Sandstrand. Entsprechend war auch die Zahl der Sonnenanbeter, die mir bestimmt heimlich einen Vogel zeigten.

Dann wurde es auch geröllig. An einer Stelle musste ich auch durchs Meer laufen! Kam mir irgendwie bekannt vor! Naja, und dann wird es mit den nassen Schuhen ziemlich glatt auf den Steinen. Glücklicherweise ist nix passiert, auch wenn ich ein paar Mal abgerutscht bin.
Dann endlich habe ich den Ortseingang von Agios Georgios erreicht, bin 20 Meter den steilen Strand hinauf (natürlich wieder Beton) und in einer Oase gelandet.

Endlich Schatten! Und kühle Getränke! Essen? Wirklichen Hunger habe ich nicht. Bei den Temperaturen mag ich sowieso nichts Gesottenes oder Gebratenes. Also wieder Salat! Ich glaube, hier im Reich der Fleischesser werde ich zum Teilzeitvegetarier!
Von hier aus ist es nur noch eine Viertelstunde zu Fuß bis zu meinem Hotel.

Ich habe Sehnsucht nach einer Dusche und will sogar etwas tun, was ich noch nie gemacht habe. Ich will in den hoteleigenen Pool!
Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, alles Feuchte zum Trocknen auf dem Balkon aufgehängt habe und auch ein wenig Wäsche gewaschen habe, sprang ich selbst unter die ersehnte Dusche. Mei, tat des guat!
Plan für morgen gemacht und festgestellt, dass es mit einer festen Unterkunft am Ziel oder in der Nähe davon höchstwahrscheinlich nichts wird! Na, schauen wir mal! Außerdem war ich noch im Supermarkt und habe Wasser für die morgige Tour besorgt. Vom Trinken des Leitungswassers wird dringend abgeraten. It’s not save!
Tja, und mit dem Pool ist dann doch nichts geworden. Ich habe die Beine mal reingehalten und festgestellt, dass das Wasser ganz schön warm ist. Also keine Abkühlung! Da kann ich es auch sein lassen!
Morgen geht’s zum Anfang wieder auf bekannten Pfaden am Korisson-See entlang. Also auch erstmal wieder viel Sand und damit Anstrengung!