Lund – Lyckehusen

Tag zwei der Wanderung.

Ich wurde heute Morgen wieder mit Sonnenschein und phantastisch blauem Himmel geweckt. Dennoch war ich nicht gleich guter Laune, denn mein linkes Knie, wegen dem ich auch erst kürzlich beim Orthopäden war, machte wieder Probleme. Sowas kann einen ganz schön runter ziehen. Heute aber schlüpfte ich in die gute Bauerfeindbandage und siehe da, plötzlich sah die Welt wieder anders aus.

Schnelles Frühstück mit Zimtschnecke und Kakao und ab in die Wanderschuhe und los!

Quer über den Markt, der gerade erst von den ersten Händlern bezogen wurde. Einkaufswillige Menschen sind noch nicht da. Es geht weiter durch die Innenstadt Richtung Landskrona.

An einer kleinen Kirche halte ich an. Heute und morgen (Sonntag!?!) geschlossen – kein Pilgerstempel – weiter! Und dann ging es immer auf einem schön asphaltierten Radweg neben einer doch recht stark befahrenen Landstraße entlang. Das kann ganz schön öde werden! Aber zum Glück habe ich mir ein Hörbuch aufs Handy geladen!

Dann endlich biegt mein Weg von der Hauptstraße ab und es geht auf einer, natürlich auch asphaltierten Privatstraße nach Fjelie.

Natürlich hat auch diese Kirche geschlossen! Aber was ist das für eine Milchkanne unter der Kirchenbeschreibung? Könnte vielleicht ein Geocache sein? Nein! War es nicht! Darin befindet sich – juhu – ein Pilgerstempel! Dass die Stempelfarbe eingetrocknet war, störte mich nicht. Ich hatte ja mein Geburtstagsgeschenk mit dabei! Ein kleines Stempelkissen. Nun ist der Stempel zwar nicht mehr im originalen Rot, sondern in Königsblau und in meinem Pilgerheft.

Weiter geht’s nach Bjärred. Die Sonne sticht, der Wind bläst heftig (natürlich von vorn) und ich komme dem Meer wieder näher.

Ich besuche das Gelände der Bergkirche (keine Ahnung, wo hier ein Berg sein soll?), welches natürlich menschenleer ist. Bei der auch hier vorhandenen „Milchkanne“ fehlt der Deckel! Böses Zeichen! Genau! Kein Stempel mehr drin! Dafür aber ein verlassenes Vogelnest.

Dann geht’s wirklich runter ans Meer und auf einen Uferweg. Welch eine Wohltat für die Füße und Gelenke!

Von hier unten aus hat man ein gute Sicht auf die Öresundbrücke, auf Malmö und in der anderen Richtung auf Landskrona. Das ist morgen mein Etappenziel.

Leider ging der Weg am Wasser nur etwa einen Kilometer, dann ging’s zurück auf den Asphalt zu einem Cholera-Friedhof. Der ist allerdings nur vielleicht 20 Quadratmeter groß. Eiserner Zaun, eisernes Kreuz, eisernes Schild. Wiese und das war’s! Warum habe ich diesen Abstecher gemacht?

Dann geht es wieder fleißig auf dem Radweg neben einer nun stark befahrenen Landstraße und auf Brücken über die Autobahn in Richtung Löddeköpinge.

Etwa zwei Kilometer vor dem Ort zeigt mir die Wanderapp einen weiteren Abstecher vom eigentlichen Weg. Soll ich mir das antun? Als aber an der Landstraße auch ein Hinweisschild zu einer historischen Sehenswürdigkeit weist, will ich mir das dann doch mal anschauen.

Das ist das Schloss von Borgeby. Nun ja! Heute ist darin ein Café, ein Blumenladen, ein Laden für Schönes aber Unnützes und ein Friseur. Hmmm! Habe ich mir etwas anders vorgestellt! Dafür gab es bei der Kirche in der Nähe wieder eine Milchkanne, die wieder „ordentlich“ gefüllt war.

Dann ging’s wieder zurück an die Landstraße und nach Löddeköpinge hinein. Obwohl im Internet stand, dass die Kirche bis 16 Uhr geöffnet sein sollte, war alles verschlossen. Tja, man darf der digitalen Welt eben nicht alles glauben.

Auf dem Weg zu meiner heutigen Unterkunft, die noch mal 2 Kilometer vom Ort entfernt ist, mache ich noch Stopp an einem kleinen Markt und kaufe etwas zu Essen fürs Abendbrot ein. Danach habe ich noch einen Burger in einer Pizzeria am Markt verdrückt. Halb 3 Uhr kam dann doch der Hunger! Bloß gut, dass ich keine Pizza gewählt hatte. Die Teile waren groß wie Wagenräder und bestimmt 4 Zentimeter hoch. Das reicht doch für eine ganze Woche!

Dann kreuzte der Weg wieder die Autobahn und es ging in den Wald. Hier gibt’s eine Eigenheimsiedlung, wo ich heute übernachten werde.

Apropos Eigenheimsiedlung: die ganzen Orte nach Lund, die ich passiert habe, bestanden alle aus Einfamilienhäusern.

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