Malmö – Lund

Heute ist es soweit: es geht richtig los!

Naja, der Tag fing erst um halb 8 Uhr an. Ausgiebiges Frühstück im Hotel und der Blick aus dem Hotelzimmer lässt das Herz höher schlagen. Strahlend blauer Himmel! Wenn das kein Zeichen ist?!

Da heute ja der 1. Mai ist, der auch in Schweden ein Feiertag ist, drehen heute die Uhren anders. Selbst die Kirchen (3 Stück) machen da keine Ausnahme. Die Hauptkirche St. Johannis öffnet nicht wie sonst um 9 Uhr, sondern heute erst um 11 Uhr.

Also kleine Planänderung- ich fange erst mal mit dem Schloss an.

Es liegt als ehemalige Festungsanlage quasi auf einer künstlichen Insel. Besuch leider nicht möglich, da 1. Mai. Dann eben weiter, durch den wunderschönen Schlosspark, durch die Straßen der Altstadt hin zum Marktplatz. Hier sind schon Tische und Stühle vor die Restaurants geräumt und der Verzehr von Frühstückskaffee und diverser Gebäckstücke hat schon begonnen.

In unmittelbarer Nähe zum Markt befindet sich die St. Petri Kirche, die ab 10 Uhr geöffnet hat und ich natürlich besucht habe. Hier gab es dann auch den ersten „richtigen“ Stempel fürs Pilgerbuch (den allerersten Stempel habe ich mir vorsichtshalber im Hotel geben lassen). Hier am Eingang der Kirche erfahre ich von einem netten Herrn, dass St. Pauli auch erst 11 Uhr öffnet. Ich bin also gemächlich dorthin geschlendert, habe ein paar Fotos von der imposanten Kirche gemacht, mich auf eine Parkbank gesetzt und gewartet, dass geöffnet wird.

Tja, aber es wurde nicht geöffnet! Erster Mai! Feiertag! Dass das so ernst genommen wird, habe ich nicht gedacht.

Also weiter zu St. Johannis, der Hauptkirche der Stadt! Unterwegs habe ich bei Lidl noch Zahncreme gekauft, nachdem ich heute Morgen festgestellt habe, dass die Tube schon heute leer wurde. Ich habe den Weg dorthin gut gefunden und war ein wenig erstaunt, dass sich die Kirche in unmittelbarer Nähe eines riesigen Einkaufszentrums befindet. Und auf dem Kirchenvorplatz befindet sich der Eingang zur Eisenbahnstation.

Einen Stempel konnte ich hier leider nicht bekommen. So etwas habe man nicht! Kaum zu glauben, dass eine Hauptkirche am Franziskusweg keinen Stempel haben soll! Wer weiß, wo der lag und der Diensthabende hatte keine Vorstellung vom Aufenthalt des Stempels.

Nun gut. Da es nun doch schon ein bisschen spät geworden war und das Verlassen einer großen Stadt zu Fuß oft fehlerbehaftet ist, habe ich in der Bahnstation ein Ticket gekauft und bin mit der Eisenbahn nach Hjärup gefahren.

Dieser Ort ist nichts besonderes und der Weg von dort in Richtung Lund auch nicht. Einfach nur Landstraße.

Dann sollte Klostergården kommen. Das klingt doch schon richtig toll! Die Vorfreude auf viele schöne Sehenswürdigkeiten und die Ablichtung derselben wuchs ungemein! Aber nix war’s! Klostergården ist einfach nur ein Vorort von Lund. Von einem Kloster oder Ruinen, wenigstens einem alten Ziegelstein ist nichts zu sehen. Dafür gibts eine sehr moderne Kirche.

Aber leider hatte auch diese heute geschlossen. Schade! Es wäre bestimmt ganz interessant gewesen, das Innere zu sehen. Ich glaube nicht, dass ich morgen hierhin nochmal zurücklaufen werde. Das wäre ein Umweg von fast 4 Kilometern.

Weiter ging es durch moderne Wohngebiete, einen sehr schönen Park, in dem sich viele Leute – mehr oder weniger angezogen – sonnten, hinein in die Altstadt und damit auch zum Dom.

Ja, auch der ist nur durch eine Straße von den nächsten Häusern getrennt. Ist somit kein schönes Fotomotiv, dafür aber ein imposantes Bauwerk. Man könnte meinen, im Inneren könne man das Mittelalter einatmen.

Obwohl der Dom so berühmt ist, waren doch recht wenige Leute hier. Vielleicht lag es daran, dass es doch schon am Nachmittag 3 Uhr war und die Touries schon am Vormittag durchgetrieben wurden?

Nach dem Besuch des Domes habe ich mir dann auch ein Plätzchen im daneben liegenden Park gesucht und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen.

Hier vor der Akademie habe ich mich ausgeruht und eine Zimtschnecke verzehrt. Diese Magnolienbäume sind der Wahnsinn! Ich glaube aber nicht, dass wegen dieser Bäume zwei Kamerateams vor Ort waren. Direkt vor der Akademie waren Mikrofone aufgestellt. Hier ist bestimmt heute noch ein großes Ereignis. Das würde auch erklären, warum so viele junge Leute mit Frack und Fliege bzw. uniformähnlicher Kleidung unterwegs waren.

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