Skillingaryd – Norrahammar

Auch heute weiß das Wetter wieder nicht, was werden soll. Mal strahlend blauer Himmel, dann gleich wieder tiefdunkle Wolken. Temperaturen um die 10 Grad, also eigentlich bestes Wanderwetter.

Aber ehe es mit den großen Schritten so richtig losgeht, fahre ich erst einmal bis Byarum mit dem Bus. Und das war gut so. Erstens musste ich nicht ewig auf Asphalt durch die sich weit ausdehnende Stadt inklusive Gewerbegebiete und zweitens war ich vor einem schlimmen Regenguss in Sicherheit, der natürlich auch kam. Kurzer Umstieg in Vaggeryd hat wunderbar geklappt.

Der Bus hielt in Byarum genau vor der Kirche. Praktisch, man muss nicht ewig suchen und spart Zeit, denn ich sagte ja gestern schon, heute habe ich einen weiten Weg vor mir.

Und wieder bekomme ich die Kirchentür nicht auf! Nicht den rechten und auch nicht den linken Türflügel. Ich ziehe und zerre, aber nichts bewegt sich! Das elektrische Zahlenschloss ist auch nicht hilfreich. Aber vielleicht sind es die Bauarbeiter, die nebenan das neue Pastorat fertigstellen?

Kirchenbüro? Ja, hier gleich um die Ecke in den Containern. Und da ist es auch! Wenn man hereinkommt sieht es erst mal wie in einer Bauarbeiterumkleide aus. Aber es riecht nach frischem Kaffee. Also bin ich richtig! Ich störe gerade zwei Herren bei einem „ganz wichtigen“ Gespräch, so dass sie mir auch gleich eine Tasse Kaffee auswdem Automaten heraus ließen.

Wir unterhalten uns ein ganzes Stück bis ich frage, ob man denn die Kirche auch von innen sehen könne? Wieso nicht? Ist doch offen! Und dann gehen wir zusammen hinüber und wir drücken die Türflügel ganz leicht nach innen auf und sind drin. So langsam beginne ich wirklich an mir zu zweifeln!

Und dann wird es wirklich Zeit zum Aufbruch, wenn ich heute noch vor Einbruch der Dunkelheit am Ziel ankommen will.

Nun ist er also vorbei, der Munkaleden. Von jetzt an marschiere ich auf dem Franziskusweg. Und der lässt sich auch richtig gut an! Ab in den Wald und auch tipptopp ausgeschildert. Die weiß-rote Farbmarkierung ist schon von Ferne gut erkennbar und damit äußerst hilfreich.

Herrlich, so im Wald! Mitunter die reinste Hikerautobahn, wenn denn welche unterwegs wären!

Sogar eine Wanderhütte mit Tisch und Bank ist vorhanden! Allerdings war diese noch für Weihnachten dekoriert.

Weiter geht’s an schönsten Seen und Bächen vorbei, durch kleine Ansiedlungen und durch Bauernhöfe.

Aber nicht immer sehen die Häuser so schön gepflegt aus, wie wir sie kennen, bzw. wie man sie uns so vorstellt. Manche haben auch ganz schönen Reparatur- und Rekonstruktionsbedarf.

Es ist halb 1 und der Hunger kommt. Zeit für eine erste Pause. Schön, dass da gerade eine Autowerkstatt steht, vor deren Tür ein Tisch mit Bänken steht. Ja, das tut gut, wenn man sich mal hinsetzen, was essen und trinken kann, wenn nur nicht dann das Wiederaufstehen und In-Gang-Kommen wäre.

Dann geht es zwischendurch auch mal wieder über Asphalt und Schotterwege.

Ein Schild verrät mir, dass ich richtig unterwegs bin. Klar habe ich Stöcke dabei! Aber was hat das Männlein auf dem Schild an den Füßen?

Nach einem Dreiviertel der heutigen Wegstrecke erreiche ich Månsarp mit einer etwas erstaunlichen Kirche. Der Kirchturm ist perforiert. Wozu das gut sein soll? Hat wahrscheinlich einem Architekten so sehr gut gefallen.

Aber innen sehr beeindruckend. Alles sehr hell und luftig. Die Ausmalung sehr modern.

Nun sind es noch 4 Kilometer bis Taberg. Der Weg führt durch ein ganz enges Tal, durch das auch noch ein Fluss fließt. Diesen Fluss quere ich auf fadenscheinigen Brücken ein paar mal. Die Gebäude – ich vermute mal ehemalige Mühlen – sind halb verfallen und über und über mit Graffitis beschmiert.

In Taberg verlasse ich den Franziskusweg, da sich mein heutiger Übernachtungsplatz abseits des Weges befindet. Noch 8 Kilometer und zum Schluss noch 50 Meter Höhengewinn waren nicht wirklich schön. Wer sagt, dass Schweden flach sei?

Kurz vor einem heftigen Regenguss lief ich im Hostel ein, nachdem es im Laufe des Tages ein paar mal genieselt hatte. Ungefähr 32 Kilometer waren geschafft.

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