Ljungby – Värnamo

Heute Morgen ging es beizeiten los, denn der Wetterbericht hat ab Mittag Regen angekündigt.

Heute ging es erst einmal geplanterweise 11 Kilometer mit dem Bus bis nach Lagan. Von hier aus würden es nach meiner Berechnung noch 27 Kilometer bis nach Värnamo sein. Nun, schauen wir mal!

Hier in Lagan wollte ich zum Auftakt die Bergkirche besuchen. War aber, wie schon so oft, geschlossen. Im Anschluss an diesen vergeblichen Ausflug ging’s zum Kirchbüro. Falsch gedacht! Hier wurde mir geöffnet! Aber mit einem Stempel war wieder Nix!

Dafür konnte ich die Kapelle Den helige Sigfrids (kennt den jemand?) anschauen. Befindet sich mitten im Kirchbüro, kennt Google Maps noch nicht.

Und dann ging es los. Gleich zu Anfang an gibt’s eine Diskrepanz zwischen der Karte in der App und der dazugehörigen GPX-Datei. Der Weg in der App erscheint mir der sichere zu sein. Also los!

Natürlich ging es wieder auf einem wunderschön geteerten Radweg entlang. Da auch er früher mal eine Bahnstrecke war, war vom Profil her nicht allzu viel los.

Alles ziemlich unspektakulär. Ja, hier sieht es noch sehr nach Forstwirtschaft aus. War es auch.

Und dann war da auch wieder ein Golfplatz. Diesmal neben meiner Strecke. Aber Golfbälle lagen jede Menge auf meiner Strecke. Ich habe die Anzahl der umherliegenden weißen Kugeln mal um eine reduziert. Merkt eh keiner und eingesammelt werden die Dinger auch nicht. So ein Golfball soll gut zum Ausmassieren des Fußgewölbes sein. Nun, heute Abend wird es ausprobiert.

Dann aber wird es richtig urig. Dichter Wald und jede Menge Moore. Da könnte doch wirklich mal ein Elch vorbei schauen?!

Nix war’s! 16 Kilometer Asphalt! Und der Hunger kommt auch langsam.

Da kommt mir doch so ein kleiner Shop in einem fast noch winzigerem Örtchen gerade recht. 24 Stunden sogar geöffnet! Dann aber wird mir klar, wie das funktioniert. Kein Verkäufer! Jede Menge Automaten, aber auch Kartoffeln und Möhren lose. Das Ding ist nur, man kommt in den Laden nur rein, wenn man wieder eine entsprechende App hat, registriert ist und die Kontodaten hinterlegt hat. Ach nee! Dann heute eben keinen Umsatz mit mir!

Weiter geht’s, denn der Regen aus Südost kommt näher.

Dann kommt ein Bauernhof und eine Weide Schottische Hochlandrinder?! Sollte ich einen Abzweig verpasst haben? Nein, alles okay! Die Scheune und Stall sind aus Holz und rot gestrichen. Wir sind also noch in Schweden. Einen Teil seiner Ländereien hat der Bauer aber scheinbar verkauft. Hier stehen etwa 20 Wochenendhäuschen mit deutschen Namen an den Briefkästen. 3 Autos mit deutschen Kennzeichen standen auch da. Nun ja, Schweden ist schon ein Sehnsuchtsland.

Und dann komme ich nach 16 Kilometern an eine Grenze. Hier fängt jetzt der Bezirk Jönköping an. Kann man ja auf dem Schild noch recht gut erkennen. Man muss sich nur ein wenig Mühe geben! Ja, Jönköping fängt an und der Asphalt ist weg! Endlich richtig die Trekkingstöcke auspacken und los! Bisher hatte ich sie eher zum Ausmassieren der Wadenmuskulatur benutzt. Apropos Auspacken! Genau hier fing dann auch der Regen an und die Regenklamotten kommen zum Einsatz.

Und holla, nun werde ich auch noch von einem mit dem Fahrrad überholt! Das war der erste und auch der einzige lebende Mensch des heutigen Tages auf dem Wanderweg.

Etwa einen Kilometer später treffe ich ihn bei einer Rast in einer kleinen Hütte am Straßenrand.

Natürlich spreche ich ihn an. Er kommt aus Hamburg und will mit dem Fahrrad ans Nordkapp. Respekt! Vor allem, wenn ich sehe, wieviel Gepäck er dabei hat. Das sind locker 60 bis 70 Kilo! Wenns reicht! Er erklärte mir, dass allein das Fahrradschloss 3 Kilo wiegen würde. Ja, das Rad war teuer und wiegt auch über 20 Kilo. Er hat alles dabei, was ein Camper (!) so braucht. 8 mal Unterwäsche, 20 Paar Socken usw.. Selbst einen Föhn hat er dabei. Er hatte sich nämlich mal erkältet, als er mit frisch gewaschenen Haaren auf die Straße ist. Junge, Junge! Ersatzschlauch, Speichen oder gar Zahnriemen in Reserve hatte er nicht dabei! Irgendwo muss man ja mal haushalten. Und die Werbung verspricht ja – unplattbar und ähnliches. Aber er wird es schon schaffen! Jedenfalls wünsche ich ihm das, wenn auch mit einem Kopfschütteln.

Und dann ging es für mich stupide weiter. Immer im Regen dem Ziel entgegen.

Endlich angekommen, wird erst mal ein Tee genommen! Altes schwedisches Sprichwort! Dann auch auf die Uhr geschaut. Was, 35 Kilometer! Schritte zählt sie ja falsch (27.000), aber die Entfernungen werden sehr exakt gemessen. Tja, wäre ich mal lieber dem GPS-Track gefolgt, der auf der anderen Seite des Sees (allerdings in Straßennähe) entlang führte.

Aber so war’s bestimmt schöner und das bessere Training für morgen. Da steht ein ähnlich langer Kanten an!

Ein Kommentar zu „Ljungby – Värnamo

  1. Moin lieber Jörg (wie der Hamburger so sagt 😉). Solche Automatenläden gibt es bei uns auch, ähnlich strukturiert – Mitglied sein, Kontodaten, etc. Nennt sich hier Tante Enso, und ist auf dem Land der Ersatz für die nicht mehr vorhandenen Tante Emma Läden. Funktioniert hervorragend!

    Bon Camino und trockenes Wetter für die nächsten Tage!

    Moritz

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