Traryd – Hamneda

Au Mann, war das eine Nacht. Kalt und ungemütlich! Die Angaben zu den Komforttemperaturen in den Schlafsäcken scheinen in keinster Weise zu stimmen Vielleicht war es aber in der Hütte auch genauso kalt wie davor? Da war es nämlich heute Morgen wieder leicht weiß.

Auch die gute, hochgelobte Luftmatratze X-Air ultralite von SeatoSummit, war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Raschelt laut bei jeder kleinsten Bewegung und ist glatt, wie ein Babypopo. Laufend lag ich in meinem Schlafsack neben der Matte und das „Kopfkissen“ (Daunenjacke im Packbeutel) war auch laufend weg. Vielleicht ist die Matratze auch nur für einen Einsatz im 1-Personen-Zelt gedacht? Da kann man nicht runterrutschen. Da liegt man sofort an der Wand vom Innenzelt.

Das erste Mal war um 4 Uhr die Nacht vorbei. Da stehen alte Männer immer gern mal auf. Nein, die Luft in der Matratze hatte sich dermaßen abgekühlt, dass das Volumen dermaßen abgenommen hatte, dass ich das Gefühl hatte, direkt auf dem Holzfußboden zu liegen. Das macht nun wirklich keine Freude.

Aber das Wetter, das war wieder eine Freude. Kein Wölkchen am Himmel! Da will man los! Also schnelle Körperhygiene, schnelles Frühstück und ab in die Spur!

Ja, auch Traryd liegt an einem See. Zu dem kam ich aber erst, nachdem ich durch einen kleinen Tierpark, der in einem kleinen „historischen“ Dorf (Skansen) installiert war.

Und dann ging es wieder am Straßenrand entlang. Kilometerweit! Auf einen Elch habe ich leider vergeblich gehofft. Die Straße war seelenruhig! Aber offensichtlich haben die Elchkühe mit ihrem neuen Nachwuchs andere Sorgen, als sich einem fotografierendem Wandersmann zu zeigen, während sich die Elchbullen schon längst aus dem Staub gemacht haben. Bin gespannt, ob ich mal einen vor die Linse bekomme?

Bei einer Wanderpause musste ich heute feststellen, dass mein Sprunggelenk rechts ein wenig verschwollen war. Kennt man ja! Vorher Reizung an der Schienbeinvorderseite, dann sowas als Steigerung. Das Mittel dagegen – außer Pausieren – kennen wir ja auch. Wo also ist der nächste Supermarkt? Nun, nicht in dem Ort, in dem ich heute übernachte.

Eigentlich müsste ich an dieser Stelle einfach nur noch abbiegen und 300 Meter zur Kirche laufen, und das Tagespensum wäre geschafft. Aber nein, ich bleibe stehen, checke den Busfahrplan und hoffe, dass ich ins 17 Kilometer entfernte Ljungby komme und vor allem wieder hierher zurück! Dort in Ljungby ist erst der nächste Supermarkt.

Ich habe Glück, denn 6 Minuten später fährt der jetzt grüne Bus vor, ich steige ein und bin 20 Minuten später in einer richtigen Stadt. Hier habe ich zwei Stunden Zeit, meine Einkäufe zu erledigen, bevor ich mit dem letzten Bus des Tages in meiner Richtung zurück fahren kann.

Glücklicherweise hat alles geklappt. Sogar im Pfarrbüro bin ich gewesen, denn morgen ist ja Sonntag und da wird zwar in der Kirche, nicht aber im Büro gearbeitet. Tja, was soll ich sagen? Große Stadt, große Kirche und kein Stempel! Hatte ich das nicht erst neulich? Aber eine Angestellte der Expedition (= Pfarrbüro) bestätigte mir handschriftlich meinen Aufenthalt in der Kirche.

Schon ganz schön beeindruckend! Ja, damit habe ich diese Aufgabe für morgen schon heute erledigt, denn Ljungby ist morgen das Ziel meiner Tagesetappe.

Der Bus ist pünktlich und es geht zurück. Kurz vor dem Ortseingang wurde noch auf eine Kirchenruine als Sehenswürdigkeit hingewiesen. Da musste ich natürlich noch hin, wurde aber arg enttäuscht. Diesmal waren es wirklich nur ein paar Ziegel auf einem Hügelchen. Da blieb die Kamera drin.

Dies ist nun meine heutige Übernachtungsstätte. Unten im Keller ist ein Gemeindesaal mit schön gemütlichen Sofas, einer kleinen Küche, warme Dusche und genügend Steckdosen, um wieder alles aufzuladen, was aufzuladen geht.

Da Frau Pfarrerin heute keine Zeit hat, hatte sie aber jemanden beauftragt, mich zu begrüßen und mich in das Etablissement einzuweisen.

Ich sollte einfach nur Susanne anrufen. Diese arbeitet im Kirchenvorstand mit und hat sich richtig Gedanken gemacht!

Das ist alles nur für mich! Und ich soll für Kost und Logis nichts bezahlen?! Was soll ich bloß machen? Bargeld will (fast) keiner haben, selbst die Kollekte erfolgt bargeldlos! Sorry, aber ich habe kein Swish, was hier sehr häufig benutzt wird! Und mit Paypal haben die Schweden nichts am Hut.

Für morgen 9 Uhr haben wir dann ein Treffen mit der Pfarrerin geplant. Natürlich bin ich auch gerne zum Gottesdienst eingeladen. Bloß da werde ich wohl nichts verstehen! Es soll aber ein musikalischer Gottesdienst werden! Mal sehen, oder besser: hören. Kann ja interessant werden!

Und wenigstens ein (!) Bus wird doch wohl morgen nach Ljungby fahren! Vielleicht tut es den alten Knochen auch mal gut, nicht sonderlich viel belastet zu werden?

Mal sehen, wie es dem Fuß morgen geht? Vielleicht laufe ich auch. Es sind ja nur 18 Kilometer.

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