Kågeröd – Klippan

Klippan? Hat man doch schon mal gehört! Ach ja, Sofas bei IKEA heißen doch so. Warum aber Klippan? Keine Ahnung! Im Baumarkt gibt’s ja auch die Sitzgarnitur Florida oder einen Grill Davos. Man fragt sich nur, wie die Namensgeber auf so etwas kommen?

Den heutigen Tag habe ich mal etwas ruhiger angehen lassen. Ich wollte mein Knie mal etwas schonen. Zeichen hat es leider schon gegeben. Vielleicht habe ich es auch gestern etwas mit dem Tempo übertrieben? Na, jedenfalls hätte ich (aber erst mit meinem jetzigen Wissen über den Zustand meines Knies) heute, wenn ich auf dem PCT wäre, einen Zero eingelegt. Also einen Tag, an dem nichts passiert und keine Meter gemacht werden. Aber das geht leider nicht! Die Unterkünfte sind alle vorgebucht und teilweise auch schon bezahlt. Also mache ich etwas anderes vom PCT. Ich skippe. Ich fahre mit einem Verkehrsmittel zum nächsten Punkt. Da Autostop in Schweden nicht funktionieren soll, nahm ich den Zug.

Unglaublich, dass ein Personenzug mit 160 Sachen unterwegs sein kann. Das schafft bei uns kaum einmal der ICE! Im Zug alles picobello sauber. Keine zerkratzten Scheiben, keine fleckigen Sitze, alles chic. Fast so, wie in Japan. Die sind, was die Pünktlichkeit angeht, aber noch besser aufgestellt.

Am späten Vormittag erreichte ich Klippan, eine Stadt mit etwa 8000 Einwohnern. Auch hier alles flache Häuser. Die höchsten Wohnhäuser haben nur 2 Etagen.

Ansonsten gibt’s nichts besonderes anzuschauen. Außer der Kirche S:t Petri!

Die ist architektonisch schon ein Hammer! Absolut unauffällig. Und das Verrückte ist, der Architekt hat nur Ziegel zweiter Wahl verbauen lassen, denn wer ist schon perfekt? Auch durften die Ziegel nicht gebrochen, also angepasst werden. So wie die Menschen eigenartig, unbearbeitet und uneben sind. Selbst aus Schrottlagern wurden Ziegelsteine verbaut. Auch Menschen, die von anderen Menschen als „Schrott“ bezeichnet werden, sind ausreichend für Gott.

Ja, und stellt euch vor, diese Kirche hatte sogar geöffnet! Da sie in der ganzen Form gar nicht wie eine Kirche aussieht, war es ein wenig schwierig, den Eingang zu finden.

Im Inneren war es ziemlich dunkel. Nur wenige ganz kleine Fenster und Kerzenlicht. Ich hatte das Gefühl, ich wäre zur Gründungszeit des Christentums in der Heimlichkeit der Katakomben des alten Roms.

Draußen vor der Tür war ich dann wieder in der gewohnten Realität. Das Pfarrbüro, dass eigentlich geöffnet haben sollte, war geschlossen. So ist es nun halt.

Meine heutige Unterkunft ist ein wenig speziell. Das Inventar des Zimmers erinnert stark an eine Einrichtung aus dem 19. Jahrhunderts. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal freiwillig in solch einem Hotel absteige!

Es war aber das einzige bezahlbare Zimmer in Klippan, in dem ich heute übernachten kann.

Ansonsten ist das Norrehuset für Life-acts und Konzerte bekannt.

Der Hotelchef erzählte mir, dass Klippan in den 70er und 80er Jahren mal eine Musikhochburg in Schweden gewesen sein soll. Mehrere (in Schweden) berühmte Bands kämen aus dieser Gegend. Allein 18 Tonstudios soll es hier gegeben haben. Ach ja, und Marie Frederiksson, die Sängerin von Roxette ist hier in Klippan zur Schule gegangen.

Naja, und da wir beim Thema Musik waren, habe ich dem Chef des Hauses von unserer Band erzählt und unser kleines Video gezeigt. Er zeigte sich sehr erfreut und war sehr daran interessiert, dass wir hier mal auftreten.

Wenn nur der Weg hierher nicht so weit wäre!

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