Klippan – Örkellunga

Heute Morgen ging der Tag richtig gut los! Erst mal strahlend blauer Himmel! Allerdings waren die Wiesen (Ich habe am Stadtrand gewohnt.) weiß vom Frost der Nacht. Da muss ich mich wohl erst einmal etwas wärmer anziehen?! Mir ist aber unverständlich, warum schwedische Mütter bei diesen Temperaturen im T-Shirt ihre Kinderwagen schieben! Nee, mir ist das zu kalt und ich oute mich lieber als Weichei!

Ja, und es kommt noch besser! Meine Knieprobleme sind wie weggeblasen. Offensichtlich hat die Intensivtherapie mit kaltem Quark (direkt appliziert) und Ananas, sowie Saft tropischer Früchte (wobei das sicherlich die blanke Chemie war) den gewünschten Erfolg gebracht. Hoffentlich hält der Erfolg auch eine Weile an!

Halb 8 Uhr ging es nach einem ausgiebigen Frühstücken ab in die Spur.

Nach ein paar Kilometern habe ich die Originalroute (Asphaltstraße) verlassen und bin einem Feldweg gefolgt, der mich nach etwa einem Kilometer wieder auf den Pilgerweg brachte. Leider ging es dann auch wieder einige Zeit am Straßenrand entlang.

Dann aber, hinter einem See war Schluss mit Asphalt. Unbefestigter Schotterweg und später sogar Waldweg bis hin nach Ingeborrarp. Und dabei ging es auch noch immer wieder bergauf und bergab. Nichts Wildes, aber immerhin! Und ich dachte, der Süden Schwedens sei glatt wie eine Tischplatte.

Hier in Ingeborrarp gibt es ein Freilichtmuseum, aber alles geschlossen und weit und breit auch keine Gäste. Macht man hierher keinen Schulausflug? Ja, und dann gab es hier auch einen Abzweig zu einer Kirchenruine. Sollte mir diesen Weg antun? Nur wegen ein paar alter Steine?

Ich hab’s getan und nicht bereut!

Schon der Weg dorthin war wunderschön! Okay, an mancher Stelle auch ein wenig skurril.

Tja, ist das nun Kunst, oder kann das weg? Jedenfalls war ich nach wenigen hundert Metern an besagter Kirchenruine.

Und da hätte ich doch wirklich was verpasst! Die Kirche wird auch heute noch benutzt. Open Air Messen, Taufen und Hochzeiten.

Nachdem ich dort schon eine Weile verbracht habe, kamen zwei Herren vom kirchlichen Bauhof (oha) und nahmen am hölzernen Altar Maß. Klar, unter freiem Himmel verrottet eben das Holz. Dann wurden diverse Tische und Stühle auf einen Anhänger für den Abtransport geladen, als ich mit ihnen ins Gespräch kam. Ich wies sie noch darauf hin, dass auch der hölzerne Briefkasten für das Besucherbuch auch nicht gerade im besten Zustand war und statt mit einem Buch mit reichlich Müll gefüllt war.

Als einer der Herren dann versuchte, den Deckel anzuheben, fiel der ganze „Spaß“ auseinander. Gut, dass das mir nicht vorher passiert ist! Das Teil wurde dann auch aus dem Boden gezogen und auf den Anhänger verfrachtet.

Daran anschließend führte mich der Weg mal wieder über einen Golfplatz.

Ich weiß nicht, aber da beschleicht mich immer ein komisches Gefühl und der Spruch mit dem Sex und dem Golf kommt einem in den Sinn. Erstaunlicherweise waren heute – also unter der Woche – recht viele Leute auf dem Green unterwegs.

Ob es daran liegt, dass man hier auch ein Haus haben kann? Wie Urlaubsunterkünfte sahen die Häuser nämlich nicht aus

Weiter ging es recht steil bergauf und bergab im Gelände des Golfplatzes, dann über eine Überführung über die Autobahn, dann zwischen Feldern hindurch, die gerade frische Biodüngung bekamen, wieder ab in den Wald.

Das ließ sich auf erfreulichem Untergrund noch eine ganze Weile wohlfühlen.

Nach etwa drei Kilometern war aber damit wieder Schluss. War aber nicht schlimm, da ich hier den Zielort des heutigen Tages erreicht hatte. Örkellunga.

Bleibt nur noch eines! Das Spannendste!

Ich gehe also zur Kirche, die wie immer einen sehr geschlossenen Eindruck macht. Hmm! Aber nein, da ist ein elektronischer Türöffner, wie man ihn aus Krankenhäusern kennt. Und siehe da, sie öffnet sich!

Und innen ist alles super clean und ziemlich modern.

Aber einen Stempel habe ich nicht gefunden. War doch klar?!

Ich bin nochmal 200 Meter zurück, da ich dort ein kirchliches Gebäude gesehen hatte.

Und da gab es ein Büro! Und das hatte sogar auf! Einen Stempel für den Pilgerpass? Klar haben wir sowas!

Da ist man doch irgendwie happy?! Komisch, dass man sich an solchen Kleinigkeiten erfreuen kann. Geocachern geht es ja auch ähnlich!

Ich habe mich mit der netten Dame im Büro natürlich unterhalten. Sie wollte wissen, woher ich komme und was ich hier mache. Pilger? Das letzte Mal, dass hier eine Pilgergruppe war, liegt 3 bis 4 Jahre (!) zurück. Einzelne Pilger waren, soweit sie sich erinnern konnte, noch nie da. Da wird einem so manches klar!

Ja, und um den Erfolg des heutigen Tages zu feiern, habe ich mir einen Kaffee und ein Eis gegönnt.

Sieht komisch aus? Was ist das Dunkle unter dem hellen Eis?

Kein Schatten! Lakritzeis! Nun, diese nordische Spezialität musste ich einfach mal probieren. Und ich muss sagen, es schmeckt nicht mal so schlecht. Eben ein bisschen speziell. Halt wie Lakritz, nur weicher und viel, viel süßer. Mein Favorit wird es aber nicht werden.

So, und morgen geht es nach Köphult (gesprochen: Chöpphüllt).

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