Hamneda – Ljungby

Das war eine Nacht! Herrlich! Schön kuschelig warm in meinem Schlafsack, auf einer ordentlichen Ledercouch, von der ich auch nicht heruntergefallen bin. Ich getraue mir gar nicht zu sagen, dass ich erst kurz vor 8 Uhr munter geworden bin.

Und um 9 Uhr wollte mich doch die Pfarrerin begrüßen!

Also schnelle Morgentoilette inklusive Haarewaschen, da ich doch elend strubbelig um die Haare herum aussah. Schließlich trete ich ja einer Persönlichkeit gegenüber, die zudem noch weiblich ist!

Angenehmes Frühstück gemacht mit dem von Susanne selbst gebackenem Brot inklusive selbst gemachter Marmelade, deren Fruchtinhalt ich dann doch nicht wirklich herausfinden konnte. Erdbeeren waren auf jeden Fall dabei.

Dann alles zusammengepackt und raus aus der guten Stube. Huch, wieder ganz schön frisch! Aber wo ist die Sonne? Der Himmel ist grau und wolkenverhangen. Dafür pfeift ein frischer Wind. Irgendwie ungemütlich.

Als ich in die Kirche gehe, probt der Kirchenchor noch. Es sind wunderschöne Lieder, die ich allesamt nicht kenne. Eines war dabei, dass sehr an Gabriellas Song aus dem Film „Wie im Himmel“ erinnerte. Viele dieser Lieder wurden von Lina Sandell komponiert. Sie soll in Schweden sehr berühmt sein. Auch dieser Name ist mir völlig fremd.

Und dann kam Ulrika, die Pfarrerin. Mit großer Freude kam sie auf mich zu, umarmte mich gleich und stellte mich den umstehenden Personen vor. Alle, aber auch alle, empfingen mit mit großer Freude und Herzlichkeit.

Ja, und dann nahm ich das erste Mal an einem Gottesdienst in Schweden teil.

Ich hatte das Gefühl, der lief ein bisschen anders ab, als zuhause. Vielleicht war es auch der Tatsache geschuldet, dass sehr viel Musik dabei war. Wobei, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis habe ich erkannt. Ich glaube, wenn man sich in die Sprache hineinhört, kann man doch manches erahnen.

Ein wenig ist es aber mit der schwedischen Kirche genau wie bei uns. Kirchgemeinden werden zusammengelegt, die Zahl der Kirchgänger ist gering und die Konfirmanden versammeln sich in den hinteren Bankreihen.

Selbst am Abendmahl durfte ich teilnehmen, ohne dass jemand komisch geschaut hätte.

Aber nach dem Abendmahl – nein, nach dem Gottesdienst- ging es zum gemeinsamen Mittagessen.

Leckeren Nudelsalat mit Hühnchen und Getränke gab es. Selbst Bier! Na gut, Lättöl, das leichte.

Danach sollte es noch einen Vortrag zu Lina Sandell geben. Da ich da aber absolut nichts verstehen würde, verabschiedete ich mich und ging zur Bushaltestelle. Irgendwie war mir heute nicht nach Laufen zumute. Außerdem wollte ich mich ein wenig schonen, denn morgen stehen 30 Kilometer auf dem Plan.

Tja, den Bus habe ich aus 50 Meter Entfernung gesehen und verpasst. Er kam heute eher. Wahrscheinlich lag es daran, dass Sonntags kein Mensch mit den Öfis unterwegs ist.

Der nächste und letzte Bus des Tages kommt erst in drei Stunden.

Im Wartehäuschen so lange warten, ist mir zu doof. Zurück in den Gemeindesaal und warten ebenso. Wobei, Susanne hatte ja angeboten mich nach Ljungby zu fahren, wo sie ihre Enkel abholen wollte.

So bin ich also in Richtung Kånna, dem nächsten Ort mit Bushaltestelle in 6 Kilometer Entfernung losmarschiert. Kurz bevor die Haltestelle erreiche, hält ein Kleinwagen neben mir. Es ist SusanneAm späten Nachmittag . Was passiert sei? Komm steig ein! Was willst du auf den Bus warten? Ja, so bin ich dann doch noch ganz gemütlich in die große Stadt (16.000 Einwohner) gekommen, in der ich gestern ja schon mal war.

Am späten Nachmittag kam dann doch noch ein wenig die Sonne heraus und ich bin noch ein wenig spazieren gegangen.

Viel gibt es nicht zu sehen, da es hier in den 50er Jahren einen großen Brand gab, und da die Häuser meist aus Holz gebaut waren, wird wohl viel verbrannt sein.

Ein Kommentar zu „Hamneda – Ljungby

  1. “Wie im Himmel“, vielen Dank für das Kopfkino zu diesem tollen Film!

    Bon Camino

    Beste Wettergrüsse

    Moritz

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