Ölmstad – Gränna

Heute bloß mal 17 Kilometer! Das wird gemütlich und easy, habe ich mir gedacht. Doch es kam ein wenig anders.

Strahlender Sonnenschein, 10 Grad, kein Wind und ich ganz allein unterwegs. Das ist doch herrlich? War es auch, bis ich den Ort verlassen hatte. Dann ging es den Berg hoch! 190 Meter! Nicht extrem steil, aber so, dass der Schweiß in Strömen lief und man ganz schön aus der Puste kam. Und wenn man dann noch einen Abzweig verpasst und weitere 30 Meter Höhengewinn hinzulegt, wirds blöd und man denkt schlechte Worte!

So passiert! Nun ja, dadurch habe ich mal einen schwedischen Imker gesehen. Den Schleier, den er trug, hatte er scheinbar aus dem Fechtunterricht mitgebracht, oder trägt man das heute so? Da werde ich mich mal erkundigen müssen.

Heute ging es, wie gesagt, erst einmal ein ganzes Stück durch den Wald. Einfach herrlich, dieser Biolärm der vielen Vögel. Und wenn es durch die Wiesen ging, konnte man wieder viele wunderschöne große Soltärbäume sehen. Stamm und Krone wie aus dem Bilderbuch und bestimmt 100 Jahre alt!

Und wenn man noch ziemlich weit oben steht, kann man den Vätternsee wieder sehen. Und dorthin führt auch mein Weg. Ans Ufer des Sees.

Vorher aber wird‘s ein bisschen seltsam. Riesengroße Werbung für KFC an einer Scheune. Natürlich mit Orts- und Entfernungsangaben.

Bloß gut, dass auf dem Bauerhof keine Hühner, sondern Pferde herum liefen. Komisch, bisher habe ich hier immer nur Schafe und Kühe auf der Weide gesehen.

Und dann kam mal wieder etwas, was ich eigentlich schon lange vermisst habe. Nein, nicht die Autobahn, auch wenn man sie schon wieder hören kann!

Nein, diese Leitern, über die man klettern muss, um über einen Zaun zu gelangen.

Von hier aus ging es noch 10 Minuten durch einen verwunschenen Wald zur Autobahn, unter dieser hindurch, um in einen noch verwunschenerem Wald zu kommen. Hier, gleich neben der Autobahn, beginnt ein Naturreservat. Schön, wenn die Natur so belassen wird, wie sie ist. Die Wege sind es aber auch. Manchmal war es schon ein wenig tricky, den Berg herunter zu steigen. Dass der Boden durch den Regen der letzten Tage nass und glatt war, war ja logisch.

Und irgendwann komme ich dann an diese wunderschöne Aussichtsstelle mit Blick auf den See und die Visingsö-Insel. Der perfekte Platz für eine Rast!

Dann geht es weiter immer am See entlang. Mal 50 Meter über ihm, mal direkt auf Seehöhe. Ein ständiges Auf und Ab. Da lässt man Kraft in meinem Alter!

Kurz vor Röttle schickt mich der Weg noch eine kleine Umleitung. Jerusalem-Mühle! Von der alten Mühle ist fast nichts mehr zu sehen, dafür aber ein wunderschöner Wasserfall.

Wobei, ein bissel kitschig ist das schon?! Es hat sich aber damit doch gelohnt, diesen kleinen Abstecher zu machen.

Ab Röttle ging es noch mal kurz durch die Wiesen, bevor mich dann die Straße wieder hatte. Das war aber höchstens 1 Kilometer Strecke.

Kurzer Abstecher zur Kirche und dann weiter Richtung Stadtzentrum. Es geht vorbei an ganz vielen alten Holzhäusern und man fühlt sich schon, in eine andere Zeit versetzt.

Und an ganz vielen Häusern steht was von Polka. Tobt hier die Polka-Tanzszene Schwedens?

Nein, Gränna ist berühmt für seine Süßigkeiten. Bonbons und Zuckerstangen in allen Formen, Farben und Formen.

Und bei der Herstellung, die in Handarbeit geschieht, kann man in den Geschäften auch zuschauen.

Ich habe schon überlegt, ob ich solchen Sußkram als Mitbringsel für die lieben Enkel kaufe, aber das müsste ich ja dann auch noch den restlichen Teil des Weges mitschleppen. Außerdem ist das Zeug ungesund und macht die Zähne krank. Also nein! Kann man ja auch in Bremen kaufen oder dem berühmten Erdbeerhof. Hi

Hinterlasse einen Kommentar