Ödeshög – Borghamn

Dies wird nicht mein Tag! Das spürte ich bereits am Morgen. Der Stress des gestrigen Tages hatte in meinem Körper etwas freigesetzt, was mich einfach nicht einschlafen ließ. Endorphine waren es bestimmt nicht, eher unverbratenes Adrenalin. Entsprechend ausgeruht startete ich in den Tag. Schnell Frühstücken und dann ab in die Spur.

Erst mal wieder die berühmten 1,5 Kilometer zurück ins Stadtzentrum und von dort aus, ging die heutige Etappe erst richtig los.

Raus aus der Stadt in Richtung Vättern-See. Und so wie die gestrige Etappe zu Ende ging, so ging sie heute los. Straße, Wald, rauf und runter und ich fühlte mich irgendwie saft- und kraftlos. Aber der strahlend blaue Himmel und der herrliche Blick auf den See ließ die Motivation gewaltig steigen.

Nach etwa drei Stunden kam ich dann in Hästholmen an.

Hübscher kleiner Ort mit einem kleinen Hafen. Alles sieht hier sehr gepflegt und ordentlich aus. Es gibt auch ein Restaurant mit einer riesigen Speisekarte an Eis, welches ziemlich berühmt sein soll. Leider konnte ich das nicht ausprobieren und bis Mittag warten bis der Laden öffnet, war mir einfach zu lang.

Am Ortsausgang änderte sich der Wanderweg dann grundlegend. Es ging auf schönen weichen Wiesen und sanften Pfaden voran. Herrlich! Es war ein bisschen wie schweben! Das baut natürlich mächtig auf.

Und dann teilt sich der Weg in einen Westweg, der in Seenähe verläuft, und einen Ostweg, der durch den Wald geht und dabei an einer Klosterruine vorbei führt. Ich entscheide mich für den letzteren. Hoffentlich ist das kein Fehler?!

Nein! War es absolut nicht! Außer mir sind nur ein paar Handwerker da, die fleißig am Rekonstruieren waren. So konnte ich mich in aller Ruhe in den alten Gemäuern umschauen. Erst als ich fast alles abgelichtet und gefilmt hatte, kam eine Schulklasse zu einer Führung.

Nun aber nichts wie weiter! Ab in den Wald und vorwärts!

Lässt sich auch wieder ganz gut an. Jedenfalls am Anfang. Dann will man einem aber noch unbedingt zum höchsten Punkt des Abschnittes führen. Und das finde ich dann doch nicht sehr schön. Man hätte doch genau so gut an der Bergflanke entlang führen können?! Da wäre der Schweiß bei Temperaturen um die 20 Grad nicht so stark geflossen.

Und wenn es dann in der Landschaft auch noch feucht wird, wird man ein Opfer der Mücken. Von Zecken wollen wir gar nicht so viel reden. Ich habe bei jeder Rast 3 oder 4 Stück entfernt. Mal sehen, wie viele ich heute im Ziel, wenn ich mich dann dusche, noch finde?

Tja, der Wegweiser kurz vor Borghamn beweist es. Die Reise geht bald – sprich: morgen- zu Ende.

Und hier werde ich mich heute Nacht erholen und Kraft für den Endspurt tanken.

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