Ja, ich bin wieder in der Nähe meines Startpunktes. Ich habe nur mal schnell eine Runde von 88 Kilometern gedreht.
Da die Strecke heute doch recht lang war, war zeitiges Aufstehen angesagt. Am liebsten hätte ich mich noch einmal im Bett umgedreht, aber nein, der Plan ruft! Auch wenn’s elend kalt ist!
Waschen und Zähneputzen musste leider ausfallen, da die Wasserleitung zu meiner Unterkunft (separater Bungalow mit je einem Zimmer für die Damen und Herren – aber nur einer Toilette) eingefroren war.
Bloß gut, dass das nicht im Haupthaus passiert war! Sonst wäre es mit dem Kaffee Essig gewesen. Heute gab es zum Frühstück sogar Toastbrot und Joghurt. Auf das obligatorische Kraut konnte natürlich nicht verzichtet werden. Ja, die beiden jungen Frauen, die das Hostel führen, geben sich alle erdenkliche Mühe.

Viertel 8 war ich startklar und es ging bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen los. Erst einmal wieder bergauf. Das waren heute aber nur geschätzte 150 Meter. Von da an ging es dann nur noch bergab und geradehin durchs Land.
Gegen 10 Uhr war ich dann schon nach 15 Kilometern am Tempel 13. Der liegt zwar direkt an einer Straße, erschien mir aber trotzdem irgendwie verwunschen.



Da ich gut in der Zeit lag, habe ich mir hier ein bisschen Zeit gelassen. Klar, Stempel müssen wieder sein! Sowas braucht doch der Pilger bzw. Wandersmann. Und damit ihr mal seht, wie das gemacht wird, gibt’s ein kleines Video.
Auf den nächsten 8 Kilometern „tummeln“ sich dann die nächsten 4 Tempel, die aber – bis auf Tempel 17 – nicht weiter spektakulär waren. Na gut, Tempel 14 steht auf einem Felsen. Der ist aber nicht besonders hoch und damit hat man auch keine Aussicht auf die Umgebung. Außerdem würde man neben Häusern nur Kohlkopf- und Rettichfelder sehen.
Tempel 17 war da schon ein wenig was besonderes. Nicht weil der Parkplatz direkt am Tempel war, nein, weil mal ein wenig Farbe ins Spiel kam. So ein bisschen rote Farbe hübscht den hässlichsten Tempel auf!
Ja, und dann kam die Mittagszeit und mit ihr der Mittagshunger. Da ich auf dem Weg hierher nicht mal eine Nudelbar gesehen habe, wurde Google Maps befragt. Und siehe da: Da gab es in 6 Minuten Entfernung ein Café.

Da kann man aber nicht so einfach hereinspazieren! Da muss man sich erst in ein Gästebuch eintragen und dann auf einem Stuhl Platz nehmen. Dann wird man an den Platz seiner Wahl gebracht und kann bestellen. Vorher wird aber noch ein Stuhl für den Rucksack gebracht. Der kann doch nicht so einfach rumstehen! Als ich dann noch mein Handy aufladen wollte, bekam dieses auch noch einen extra Stuhl!


So sieht es drinnen aus, und da gibt es gar leckere Sachen!

Absolut ungesund aber oberlecker! Das waren die allerbesten Pancakes, die ich je in meinem Leben gegessen habe! So gut haben das nicht einmal die Amerikaner entlang des PCT hinbekommen!
Ich habe keine Angst, dass sich die Kalorien auf die Hüfte (bei Männern ist das wohl eher der Bauch) legen werden. Gleich danach ging es noch mal 8 Kilometer in die Stadt.
Unterwegs hätte ich beinahe wieder Osettai bekommen. Eine ältere Dame wollte mir unbedingt noch Poptarts einreden. Ach nein, ich war doch schon pappsatt!
Das Hostel für heute Nacht habe ich problemlos gefunden und habe auch gleich noch einen Spaziergang durch die Stadt gemacht.
Im Großen und Ganzen versprüht Tokushima noch immer den Charme der 70er Jahre. Wirklich schön ist anders.







Heute Abend habe ich dann noch mit der Hilfe einer Hostelmitarbeiterin noch zwei Unterkünfte in Voraus buchen können. Damit habe ich wieder 5 Tage in Voraus meine Übernachtung regeln können.
Lieber Jörg,
es ist sehr aufregend , deine Reise mitzuverfolgen. Echt spannend. Deshalb hier schon mal ein Dankeschön, dass du es auf dich nimmst, nach langer Tagestour noch den Blog zu schreiben, der auch noch informativ und heiter daherkommt.
Welche Bedeutung haben die einzelnen Kaligraphien? Vielleicht kannst du es zu gegebener Zeit kurz erklären.
Weiter Koun o auf deinem Weg (ich hoffe, ich habe das richtig gegoogelt 😉)
LG Sylvia
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Schön, wenn man zum Frühstück lesen kann, wie und was dein Tagwerk war, danke für die nette Unterhaltung. Sicher wärst du gerne mehr naturnah unterwegs, aber deine bisherigen Etappen, so mit „Häuser gucken“, sind sehr aufschlussreich und interessant, was das japanische Leben anbelangt, ruhig noch mehr von den Auffälligkeiten am Wegesrand. Weiterhin gutes Vorankommen, lieber Jörg!
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