Auf nach Malmö!

Hallo, liebe Freunde des fröhlichen Wanderns! Ab heute wird es an dieser Stelle wieder ein paar Neuigkeiten meiner diesjährigen Wanderreise geben.

Viele von euch haben es ja schon geahnt – es geht nach Schweden! An dieser Stelle gleich ein herzliches Dankeschön an Klemens für seinen Motivationsschub! Von ihm kam die Idee und auch gleich der Pilgerpass für die Tour auf dem St.-Birgitta-Weg.

Habt ihr noch nie gehört? Ich gebe es zu, ich auch nicht! Eigentlich ist das ein ganzes Wegenetz, welches auch noch nicht vollständig „ausgebaut“ ist. Damit kann man ziemlich sicher sein, dass hier noch nicht viele Leute unterwegs sind. Allerdings ist dann auch die Pilgerinfrastruktur nicht sonderlich gut ausgestattet. Vorteilhaft wiederum ist aber, dass der Kommerz (noch) außen vor bleibt. Erst von Jönköping an sind die letzten 100 Kilometer „fertiger“ Pilgerweg.

Beim Blick auf die Karte kann man erkennen, dass man für diesen Weg schon in Hamburg starten könnte. Das wird für mich dann doch etwas zu weit, da ich zeitlich limitiert bin. Nach Pfingsten starte ich mal wieder als Praxisvertretung.

Also: meine Tour führt mich von Malmö nach Vadstena! Keine 1000 Kilometer – „nur“ etwas über 500.

Wie schon gesagt, heute war der Start, das heißt, die große Anreise, denn eine Pilgertour startet ja von der eigenen Haustür.

Da ein Hiker ziemlich sparsam ist, wollte ich auch kostengünstig unterwegs sein. Anfahrt nach Gera mit dem eigenen PKW, dann Deutsche Bahn bis Leipzig. Dann eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und mit dem FLIX-Train weiter nach Berlin. Hier wieder eine und eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und weiter mit dem FLIX-Bus über Rostock, Gedser (mit Fähre) und Kopenhagen nach Malmö.

So schön hatte ich mir das ausgemalt. Immer wieder mal eine längere Pause zwischendurch zum Beine vertreten bzw. zur gepflegten Nahrungsaufnahme und mit dem Schiff über die Ostsee.

Doch es kam anders! Freunde hatten mich schon im Vorfeld gewarnt- und sie sollten leider recht behalten!

Schon während meiner Zugfahrt von Gera nach Leipzig wurde mir mitgeteilt, dass der FLIX-Train mit einer Stunde Verspätung in Leipzig ankommen würde. Und diese Verspätung wurde mehrfach aktualisiert. Die letzte Info waren dann 2,5 Stunden Verspätung und die Wahl zwischen Kostenerstattung oder Gutschein, denn der Anschluss in Berlin war auf jedem Fall weg. Welche Wahl ich getroffen habe, liegt auf der Hand!

Und nun? Alles abblasen? Mir war bei „leicht“ erhöhtem Blutdruck tatsächlich danach zumute.

Dann habe ich doch noch mal in die DB App geschaut und eine Möglichkeit gefunden, heute noch nach Malmö zu gelangen. Ich bin noch nie erste Klasse gefahren- heute war Premiere. Das Ganze natürlich zu einem sündhaft teuren Preis! Und jetzt habe ich ein mehr als schlechtes Gewissen! Und das, obwohl ich von meiner lieben Frau grünes Licht für diese Finanztransaktion bekommen habe!

Nun gut, die Deutsche Bahn war auch nicht pünktlich, aber ich konnte meinen Anschlusszug nach Kopenhagen in Hamburg erreichen. Erstes Highlight war die Eisenbahnbrücke in Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal.

Das letzte Mal, dass ich an dieser Brücke war, war ein Restaurantbesuch mit meiner lieben Frau, deren Paten“Kind“ und dessen Ehemann. Dieses wirklich sehr zu empfehlende Restaurant befindet sich mitsamt der Begrüßungsstelle für die Schiffe genau unter der Brücke. Diese gab es nun heute aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Vom Bahnhof in Padborg aus konnte ich noch einmal ein Stückchen der Wegstrecke sehen, auf der wir bei unserer Fahrradtour (Flensburger-Förde-Fahrradrundweg) unterwegs waren.

Ja, es gab aber auch eine positive Überraschung. Die Dänische Staatsbahn beglückt jeden Passagier (nur in der ersten Klasse?) mit einem Verzehrpaket, sowie Kaffee und Tee soviel man möchte. Das Ganze sogar kostenlos! Der Wasa-Knäckebrot-Snack mit Pesto war sogar richtig lecker.

Aber auch die dänische Bahn ist nicht gerade übertrieben pünktlich. Mein Anschlusszug in Kopenhagen war natürlich weg! Richtig schlimm war das allerdings nicht. Jede Viertelstunde geht ein Zug von Kopenhagen nach Malmö. Somit kam ich zwar 15 Minuten später am Ziel an, war aber immer noch etwa zwei Stunden eher am Ziel im Vergleich zur FLIX-Variante. Das aber auch nur, wenn da alles zeitlich gepasst hätte.

Ein weiteres Highlight war natürlich die Fahrt über die Öresund-Eisenbahnbrücke. Auch die kannte ich bisher nur aus einer anderen Perspektive. Wenn wir mit dem Schiff von Kiel nach Oslo fahren geht’s darunter durch.

Vom Bahnhof in Malmö aus waren es nur noch etwa 10 Minuten Fußweg bis zu meiner heutigen Unterkunft. Geschafft!

Morgen geht es dann so richtig los und ich freue mich schon ungemein darauf! Das Wetter scheint auch mitzuspielen!

Ein Kommentar zu „Auf nach Malmö!

  1. Zu Fuß wirst du sicher nicht mehr fremdbestimmt, so dass du ab morgen problemlos immer schön im Zeitplan bleibst. Das wünschen wir dir jedenfalls von ganzem Herzen.

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